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Satanismus-Fall in Amerika : 3,4 Millionen Dollar Entschädigung nach Justizirrtum

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Dan und Fran Keller: „Wir können nun anfangen zu leben – und die Albträume haben ein Ende.“ Bild: AP

Zwei Erzieher waren in Amerika 1991 wegen angeblichen Kindesmissbrauchs und satanischer Rituale in einer Kita verurteilt worden – und saßen dann 21 Jahre in Haft. Dann stellten sich die Zeugenaussagen der Kinder als falsch heraus.

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          Nach einem Justizirrtum erhalten zwei Erzieher in den Vereinigten Staaten 3,4 Millionen Dollar (2,9 Millionen Euro) Entschädigung. Der Bundesstaat Texas zahlte dem Ehepaar Dan und Fran Keller, das aufgrund von ungerechtfertigten Missbrauchsvorwürfen 21 Jahre in Haft saß, am Mittwoch 80.000 Dollar pro Gefängnisjahr. „Sie sind glücklich“, sagte ihr Anwahlt Keith Hampton.

          1992 herrschte in Amerika große Angst vor satanischen Sekten, die es angeblich auf Kinder abgesehen hatten.
          1992 herrschte in Amerika große Angst vor satanischen Sekten, die es angeblich auf Kinder abgesehen hatten. : Bild: AP

          Das Paar war 1991 wegen angeblichen Kindesmissbrauchs und satanischer Rituale in einer Kita verurteilt worden. 2013 wurden die Erzieher entlassen, nachdem sich die Zeugenaussagen der Kinder als falsch herausgestellt hatten. Damals herrschte in Amerika große Angst vor satanischen Sekten, die es angeblich auf Kinder abgesehen hatten. Die Befragungen der Kinder durch die Ermittler erwiesen sich als fehlerhaft. Im Juni wurden die Kellers dann vollständig rehabilitiert.

          Sie seien nun endlich frei, sagte die 67-jährige Fran Keller der Zeitung „Austin American-Statesman“. „Wir können nun anfangen zu leben – und die Albträume haben ein Ende.“ Die Erzieher lebten seit ihrer Freilassung in Armut, da sie aufgrund ihrer Vergangenheit und ihres Alters keine Arbeit mehr fanden.

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