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Uni-Betrugsskandal : Felicity Huffman soll ins Gefängnis

  • Aktualisiert am

Felicity Huffman vor Gericht Bild: AP

Um ihrer Tochter einen Studienplatz zu ermöglichen, hatte die amerikanische Schauspielerin Felicity Huffman einen College-Berater bestochen. Nun wurde ein Urteil gegen sie verhängt. Es könnte zu einem Präzedenzfall werden.

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          Im Hochschul-Bestechungsskandal ist Schauspielerin Felicity Huffman („Desperate Housewives“) Medienberichten zufolge zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Das entschied das zuständige Gericht in Boston am Freitag, wie unter anderem die „Washington Post“ und die „New York Times“ berichteten. Die 56-Jährige ist damit die erste Angeklagte, die in der Affäre bestraft wird.

          Zudem wurde Huffman am Freitag zu einer Geldstrafe von 30.000 Dollar (27.000 Euro) und 250 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Die Schauspielerin hatte sich bereits im Mai schuldig bekannt, 15.000 Dollar Schmiergeld an den College-Berater William Singer gezahlt zu haben, damit Antworten ihrer ältesten Tochter bei einer Aufnahmeprüfung nachträglich aufgebessert wurden. Sie wolle einfach eine gute Mutter gewesen sein, schrieb Huffman in einem drei Seiten langen Brief zur Begründung ihrer Tat und verwies darauf, dass sie ihrer Tochter, die an medizinischen Problemen und Lernbehinderungen leide, eine faire Chance geben wollte. „Ich sehe die Ironie dieser Aussagen jetzt, denn alles was ich tat, war das Gegenteil von Fairness. Ich habe das Gesetz gebrochen, die Bildungsinstitutionen hintergangen, meine Tochter betrogen und meine Familie in Schwierigkeiten gebracht“, hieß es in dem Brief weiter.

          Der Skandal um die Hochschul-Bestechungen hatte weite Kreise gezogen. Das Strafmaß von Freitag gilt auch als Fingerzeig für die Verhandlungen gegen eine Reihe weiterer Angeklagte. Unter ihnen sind unter anderem auch die Schauspielerin Lori Loughlin aus der Sitcom „Full House“ und ihr Mann, der Modedesigner Mossimo Giannulli. Huffman hatte gehofft, um eine Gefängnisstrafe herum zu kommen. Ihre Anwälte hatten das Gericht gebeten, lediglich eine Bewährungsstrafe, eine Geldbuße und Sozialdienste zu verhängen. Die Anklage hingegen hatte auf einen Monat Haft und eine Geldstrafe von 20.000 Dollar plädiert.

          Felicity Huffman kam mit ihrem Mann William H. Macy zum Gericht in Boston.

          Vor Huffman verurteilt wurde bereits John Vandemoer, ein früherer Segeltrainer an der kalifornischen Stanford-Universität. Gegen ihn wurde im Juni ein sechsmonatiger Hausarrest und eine Geldstrafe von 10.000 Dollar verhängt. Vandemoer hatte sich schuldig bekannt, insgesamt 610.000 Dollar an Bestechungsgeldern angenommen zu haben. Im Gegenzug empfahl er die Kinder reicher Eltern für die Segelteams der Stanford-Universität, was ihnen die Zulassung zu der Hochschule ermöglichte. Organisiert wurde das ausgeklügelte Korruptionsnetzwerk von Singer. Er ließ die Prüfungsergebnisse wenig qualifizierter Hochschulanwärter fälschen und bestach Trainer, die überdurchschnittliche sportliche Leistungen bescheinigten, um Anwärtern ein Sport-Stipendium zuzuschanzen. Singers kriminelle Organisation sammelte so insgesamt 25 Millionen Dollar von Eltern ein. Auch Singer bekannte sich schuldig und kooperiert mit der Justiz.

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