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„Unangemessen und geschmacklos“ : Kohl kritisiert Veröffentlichungen über sein Privatleben

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Kohl will sich zu seinem Privatleben öffentlich nicht äußern Bild: AFP

Erst das Buch seines Sohnes und nun die Geschichte über das einsame Leben von Hannelore Kohl - nun hat sich der frühere Kanzler Helmut Kohl erstmals zu den Berichten geäußert: „Sie überschreiten die Grenzen von Geschmack und stehen in wesentlichen Punkten mit der Wahrheit nicht in Einklang.“

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          Nach der Veröffentlichung biografischer Bücher über sein Familienleben hat Altkanzler Helmut Kohl (CDU) eine Verletzung seiner Privatsphäre beklagt. „Die öffentliche Zurschaustellung und Vermarktung meines Privatlebens durch Dritte empfinde ich als unangemessen“, hieß es in einer Erklärung Kohls, die sein Berliner Büro am Dienstag verbreitete.

          Kohl beklagte, dass die Veröffentlichungen „die Grenzen von Geschmack und Anstand weit überschreiten und in wesentlichen Punkten mit der Wahrheit nicht in Einklang stehen“. Die Werke befassten sich „ausführlich mit Angelegenheiten aus meinem Privatleben“, kritisierte Kohl. Dazu werde er sich öffentlich nicht äußern. „Ich bitte um Respekt für meine Privatsphäre und überlasse es der Öffentlichkeit, selbst zu beurteilen, welche Interessen den Publikationen in Wahrheit zugrunde liegen.“

          Derzeit sind zwei Bestseller im Buchhandel, die sich mit Kohls Leben beschäftigen. Zu Jahresanfang hatte Kohls Sohn Walter sein Buch „Leben oder gelebt werden. Schritte auf dem Weg zur Versöhnung“ vorgelegt. Darin beschreibt er das schwierige Familienleben im Haus des früheren Kanzlers und sein zerrüttetes Verhältnis zum Vater.

          Vor wenigen Wochen veröffentlichte dann der Autor Heribert Schwan eine Biografie von Kohls Frau Hannelore („Die Frau an seiner Seite: Leben und Leiden der Hannelore Kohl“), die sich am 5. Juli 2001 das Leben genommen hatte. Das Buch beruht dem Autor zufolge auf vertraulichen Gesprächen mit der früheren Kanzlergattin. Das Buch hat eine breite Berichterstattung in vielen Medien ausgelöst, in der Helmut Kohl als Vater und Ehemann sehr kritisch beleuchtet wurde.

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