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Ugandische Aktivistin zu Foto : „Ihr habt einen ganzen Kontinent ausradiert“

  • Aktualisiert am

Vanessa Nakate (links) war auf der zunächst veröffentlichten Version nicht neben Luisa Neubauer, Greta Thunberg, Isabelle Axelsson und Loukina Tille zu sehen. Bild: dpa

Das Foto einer Nachrichtenagentur zeigt vier Klimaaktivistinnen aus Europa. Die fünfte junge Frau, Vanessa Nakate aus Uganda, wurde am Bildrand abgeschnitten. Auf Twitter beklagt sie Rassismus.

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          Die ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate hat wegen der Bearbeitung eines Fotos mit ihr und anderen Mitstreiterinnen bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums Rassismus beklagt. Von einem Bild der amerikanische Nachrichtenagentur AP, auf dem sie am Rand der Gruppe zu sehen ist, war sie abgeschnitten worden. Zu sehen sind auf dem Foto danach nur die Aktivistinnen Luisa Neubauer aus Deutschland, Greta Thunberg und Isabelle Axelsson aus Schweden sowie Loukina Tille aus der Schweiz. 

          Nakate teilte beide Fotos auf Twitter. „Ihr habt nicht nur mich von einem Foto radiert, sondern einen ganzen Kontinent“, schreibt die junge Frau. In einem Video, das sie auf Twitter postete, berichtete sie zudem den Tränen nah von ihrer Enttäuschung: „Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich die Definition des Wortes Rassismus verstanden habe.“ Der Tweet wurde bis Sonntag tausendfach retweetet und geliked.

          Der Foto-Chef von AP, David Ake, gab gegen über Buzzfeed UK an, der Fotograf habe die Entscheidung unter Zeitdruck aus „kompositorischen Gründen“ getroffen. Er habe gedacht, das Haus hinter Nakate lenke ab. AP-Chefredakteurin Sally Buzbee entschuldigte sich und erklärte, die Nachrichtenagentur werde daraus lernen. Die Agentur hatte später ein Bild mit allen fünf Aktivistinnen gesendet.

          Zunächst hatte die britische Zeitung „Guardian“ über den Fall berichtet. Zudem sei bei Fotos von anderen Agenturen demnach der Name der Aktivistin in der Bildbeschreibung falsch wiedergegeben worden oder haben gänzlich gefehlt; während die anderen Aktivisten namentlich korrekt genannt wurden.

          Die 23 Jahre alte Nakate begann nach eigenen Angaben im Januar 2019 inspiriert von Greta Thunberg vor dem ugandischen Parlament für das Klima zu streiken. Wie die ugandische Zeitung „The Observer“ berichtet, streikte die junge Frau zunächst wochenlang alleine. Inzwischen hat sich in Uganda eine größere „Fridays For Future“-Bewegung gebildet. Auf dem Klimagipfel in Madrid im Dezember war Nakate ebenfalls vertreten.

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