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Nach Ankunft in Deutschland : Überlebenden von Madeira geht es „den Umständen entsprechend gut“

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die 15 Überlebenden, die am Samstag nach Deutschland gebracht wurden, sollen bald von Köln in Kliniken nahe ihrer Wohnorte verlegt werden. Der Fahrer des Unglücksbusse mutmaßt derweil wohl über ein „technisches Versagen“ als Ursache.

          Die von der Bundeswehr nach Deutschland zurückgeholten Überlebenden der Buskatastrophe von Madeira haben die Heimreise gut überstanden. „Den 15 Patienten geht es den Umständen entsprechend gut. Noch am Osterwochenende werden die ersten Patienten in Krankenhäuser in der Nähe ihrer jeweiligen Wohnorte verlegt“, berichtete der Direktor der Unfallklinik in Köln-Merheim, Bertil Bouillon, am Ostersonntag.

          Die Unfallopfer waren am Samstagabend im Krankenhaus Merheim der Kliniken Köln aufgenommen worden, nachdem sie mit einer Sondermaschine der Bundeswehr von Madeira nach Deutschland zurückgeholt worden waren. Als große Unfallklinik ist das Krankenhaus Merheim für solche Fälle besonders geeignet.

          Die 15 Verletzten stammen aus Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, wie die Stadt Köln mitteilte. Bei dem Unglück in Madeira waren am Mittwochabend 29 Insassen des Reisebusses ums Leben gekommen, 27 erlitten Verletzungen. Die Verletzten seien von den Ärzten auf Madeira sehr gut versorgt worden, betonten die Kölner Mediziner.

          ​Im Krankenhaus in Funchal lagen am Sonntag noch drei Verletzte: Neben dem Fahrer des Unglücksbusses eine Frau aus Deutschland, die nach Einschätzung der Ärzte noch nicht transportfähig war, sowie die Reiseleiterin. Die 32 Jahre alte Portugiesin, die sich bei dem Unfall ein Bein brach, bedankte sich in der Nacht zum Sonntag auf Facebook für die Anteilnahme und die vielen Genesungswünsche.

          Der Fahrer gilt als zuverlässig

          Der Fahrer des Unglücksbusses hat den Unfall Informationen einer örtlichen Zeitung auf „technisches Versagen“ seines Fahrzeugs zurückgeführt. Die Regionalzeitung „Jornal da Madeira“ berief sich in ihrem Bericht auf einen Vertreter der Verkehrsgewerkschaft auf der portugiesischen Urlaubsinsel, die den 55-Jährigen im Krankenhaus der Inselhauptstadt Funchal besuchte. Die zuständigen Behörden gaben zu den laufenden Ermittlungen vorerst keine Informationen bekannt.

          Der verletzte Busfahrer gilt nach portugiesischen Medienberichten als sehr erfahren und zuverlässig. Der Mann war unmittelbar nach dem Unfall vom Mittwochabend in Funchal einem Alkoholtest unterzogen worden, der nach amtlichen Angaben negativ ausfiel. Vor dem Unfall soll er nach Aussagen von Überlebenden und Augenzeugen versucht haben, auf der abschüssigen, kurvenreichen Straße das Tempo des immer schneller werdenden Busses zu drosseln, indem er unter anderem eine Betonwand am Straßenrand streifte.

          Der Versuch schlug fehl. Der Bus stürzte einen Abhang hinunter und krachte in ein Haus. Bei dem Unfall starben 29 Touristen, die nach bisherigen Erkenntnissen alle aus Deutschland stammten. Die Identität der 29 Getöteten war am Sonntag aber auch nach der Autopsie weiterhin ungeklärt. Im Laufe des Wochenendes wurden aus Deutschland Akten mit Fingerabdrücken und zahnärztlichen Daten erwartet, die die endgültige Identifizierung ermöglichen sollen.

          Wann Einzelheiten zu den Opfern und ihren Herkunftsorten bekanntgegeben werden sollen, blieb am Sonntag weiter offen. Die Überführung der Leichen werde wohl „schon in den nächsten Tagen“ nach abgeschlossener Identifizierung erfolgen können, sagte der regionale Gesundheitssekretär Pedro Ramos am Samstag vor Journalisten.

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