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Sarah und Pietro Lombardi : Engel mit nur einem Flügel

„Sarah & Pietro bauen ein Haus“, „Sarah & Pietro bekommen ein Baby“, „Sarah & Pietro – im Wohnmobil durch Italien“ - Eine Auswahl der Produktionen. Bild: Wolfgang Eilmes

Als bekanntestes Castingshow-Paar des Landes haben Sarah und Pietro Lombardi jahrelang vor aller Augen ihre Liebe zelebriert. Genauso öffentlich scheitert nun ihre Ehe.

          Der Tag, an dem das Ehepaar Lombardi sich zum vorerst letzten Mal gemeinsam im Fernsehen zeigte, war der vergangene Sonntag. Beim Koch-Wettstreit „Grill den Henssler“ bereiteten Sarah Lombardi und ihr Gatte Pietro mit Erdbeeren gefülltes Waffel-Cannolo zu und demonstrierten, warum sie als Paar auf dem Bildschirm so außergewöhnlich gut funktionierten. Die patente Sarah, in unschuldigem Weiß und mit Flechtfrisur, hantierte am Herd, während Pietro, wie stets mit Käppi auf dem Kopf, etwas linkisch in der Schüssel mit der Füllung rührte und ein paar der drolligen Kommentare abgab, für die er bekannt geworden ist: „Schatz, wo is’n Messerspitze?“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ruth Moschner, die Moderatorin, fand die beiden „so süß zusammen“ und flirtete Pietro Mrs.-Robinson-mäßig an: „Ich mag ja echt Welpen total gerne, aber du bist irgendwie noch niedlicher.“ Worauf Sarah mit gespielter Empörung „Hallo? Das ist meiner!“ rief und Mitspielerin Marijke Amado jauchzte: „Es ist schön, verliebte Leute zu sehen.“

          Trennung als Paar?

          Ob die beiden oder wenigstens einer von ihnen am Tag, an dem die Sendung aufgezeichnet wurde, tatsächlich (noch) verliebt waren, ist an dieser Stelle nicht zu klären. Fest steht, dass die – um den Fernsehsender RTL2 zu zitieren – „nahezu unglaubliche Liebesgeschichte“ von Sarah und Pietro in dieser Woche ihr Ende gefunden hat. Am Mittwoch gab das Management der beiden bekannt, dass sie „sich als Paar trennen werden“. Die Einschränkung in der Formulierung mutet seltsam an, und es liegt im speziellen Fall der Lombardis begründet, dass man sich fragt, als was sie dann wohl zusammenbleiben möchten: als Eltern des 16 Monate alten Alessio? Oder als Artisten im bunten Fernsehzirkus?

          Sarah und Pietro werden uns darauf keine Antwort geben; außer ein paar knappen Facebook-Statements kommt von ihnen momentan nichts. Für uns ist das nichts Neues. Immer wieder mal hatten wir bei ihrem Management angefragt, ob sich die beiden zu einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung treffen möchten, das erste Mal vor anderthalb Jahren, zuletzt vor einigen Wochen, und wenn wir überhaupt einmal eine Antwort erhielten, dann hieß es, die beiden hätten gerade keine Zeit.

          Ohne die seriösen Medien

          Wir fanden das erstaunlich. Zum einen, weil Prominente ganz anderen Kalibers ungleich leichter für Interviews zu gewinnen sind, zum anderen, weil uns Sarah und Pietro Lombardi trotz ihrer Zeitnot permanent in anderen Medien begegneten, stets bereit zu launigen Worten für Promiportale im Netz, für Blätter wie „Bravo“, „OK!“ oder „Intouch“ oder für die Show-News bei RTL, ProSieben oder RTL2.

          Irgendwann aber hatten wir es begriffen. Dass die Lombardis überall dort auftauchen wollten, bei uns hingegen nicht, hatte einen simplen Grund: Es war für sie nicht wichtig. Sie hatten ihren Aufstieg ganz ohne jene geschafft, die wir in aller Unbescheidenheit die seriösen Medien nennen wollen, und sie brauchten sie nicht, um oben zu bleiben. Ganz im Gegensatz zur Maschinerie aus Facebook, Youtube und Instagram, die sie mit täglichen Grußbotschaften an die Fans, Herzchen für den Liebsten und Handy-Filmchen am Laufen hielten.

          Wer ist das?

          Das erklärt, wie unterschiedlich die Reaktionen auf ihre Trennung ausfallen. Die einen, darunter viele der jeweils mehr als eine Million Fans auf Sarahs und Pietros Facebook-Seiten, sind erschüttert, verbittert, zornig – vor allem auf Sarah; Indizien für ihre vermeintliche Untreue hatten Medien zuletzt begierig ausgebreitet. Die anderen, die sich jenseits des RTL-2-Intouch-Universums bewegen, sind höchstens irritiert: Wer, um alles in der Welt, sind Sarah und Pietro?

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