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Trotz Unwetterwarnung : Mainzer Rosenmontagszug findet statt

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Am Montagmittag entscheidet sich, ob der Rosenmontagszug in Mainz stattfinden kann. Bild: dpa

Vom „Wetter-Roulette“ war in Mainz die Rede. Soll der Rosenmontagszug wie 2016 einer Sturmwarnung zum Opfer fallen? Die Veranstalter entschließen sich nun für den närrischen Lindwurm – mit Beschränkungen.

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          Der Mainzer Rosenmontagszug ist trotz einer Sturmwarnung nicht abgesagt worden – findet aber ohne Pferde statt. Das teilte der Mainzer Carneval-Verein (MCV) am Sonntag mit. Die Veranstalter hatten sich zuvor mit Vertretern der Stadt und mit Meteorologen beraten. Der kilometerlange närrische Lindwurm rollt damit am Montag von 11.11 Uhr an durch die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt, mehr als 500.000 Menschen werden zum Höhepunkt der Fastnacht in der Region erwartet – mehr als doppelt so viele, wie Mainz Einwohner hat. Der Rosenmontagszug in Mainz zählt neben denen in Köln und Düsseldorf zu den größten bundesweit.

          Um Risiken auszuschließen, entschlossen sich die Verantwortlichen zudem, keine Fahnen und keine Schilder mitzunehmen. Die Prognosen seien hin und her gegangen – mal Orkan, mal Sturm, mal Böen, sagte MCV-Präsident Reinhard Urban. „In jedem Fall gab es bislang keine eindeutige Voraussage, so dass wir nach jeder Prognose wieder neu beraten haben.“ Nach den Gesprächen mit Sicherheitsexperten und Meteorologen sei die Entscheidung gefallen, den Zug laufen zu lassen.

          Auch Kachelmann äußert sich

          Dabei stand Mainz auch im Austausch mit den Kollegen in Köln und Düsseldorf. Bereits in den vergangenen Tagen hätten Standbetreiber und Techniker die Anweisung erhalten, Stände, Tribünen, Zelte und Bühnen wetter- und windfest zu arretieren, sagte Urban. Es ist „ein Appell der Vernunft und ein Akt der Vorsorge“, alles, was durch eine Windböe losgerissen werden könnte, entsprechend sicher zu befestigen.

          Zudem werde auf Pferde verzichtet. „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, zumal wir uns das ganze Jahr intensiv auf die Teilnahme am Rosenmontagszug vorbereitet haben“, sagte Vizepräsident Harald Faerber von der Prinzengarde. „Wir wissen, dass viele der über 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Rosenmontagszug auf diesen Tag das ganze Jahr hinfiebern“, sagte MCV-Sprecher Michael Bonewitz.

          Wegen des Tiefs „Ruzica“ war der Mainzer Umzug 2016 abgesagt worden. „Was auch immer mit den Umzügen vom Rosenmontag passiert, die Entscheidung wird sich immer falsch anfühlen. Es ist eine Kopie der Wetterlage von 2016“, meinte der Wetterexperte Jörg Kachelmann bei Twitter. „Macht mans und es fällt jemandem ein Umzugswagengedöns auf den Kopf, Katastrophe. Macht mans nicht, es ist gut denkbar, dass die Sonne scheint und es ein bisschen fächelt in den Strassen und die Verschwörungstheorien der Rechtsdeppen blühen wie damals.“

          1000 Bereitschaftskräfte zusätzlich im Einsatz

          Mit einer „etwas härteren Gangart“ kommentieren die Mainzer Narren in diesem Jahr das Zeitgeschehen. Die satirischen Motivwagen zum Rosenmontagszug nehmen die amerikanische Klimapolitik ebenso auf die Schippe wie den Brexit, die große Koalition oder die Missbrauchsskandale in der Kirche. Zu sehen ist etwa eine Weltkugel, die Plastikmüll speit, oder ein Rindvieh mit den Gesichtszügen von Präsident Donald Trump. Auf das Spektakel unter dem Motto „Der Gardisten bunte Pracht erfreut ganz Meenz an Fassenacht“ stimmt ab 10.30 auch das SWR Fernsehen ein.

          An den mehr als 1000 Fastnachtsveranstaltungen von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch ist die Polizei in Rheinland-Pfalz mit fast 1000 Bereitschaftskräften zusätzlich im Einsatz. Um Anschläge mit Autos zu verhindern, werden vor allem in Mainz, Trier, Wittlich, Dahn und Zweibrücken Betonpfeiler und Fahrzeuge als Sperren aufgestellt.

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