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Nach Kritik von Sänger Campino : Tote Hosen wollen ihre Echos behalten

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Vor seiner vieldiskutierten Rede beim diesjährigen Echo erhielten Campino und seine Toten Hosen noch eine Auszeichnung in der Kategorie „Rock National“. Bild: AP

Die Toten Hosen haben entschieden, ihre Echos nicht zurückzugeben. Trotz einer vielbeachteten Rede gegen Antisemitismus ihres Frontmanns Campino sei dieser Schritt „vielleicht ein bisschen zu theatralisch“.

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          Die Toten Hosen wollen ihre Echos behalten. „Es wäre vielleicht ein bisschen theatralisch von uns, die Echos zurückzugeben“, sagte Gitarrist Michael Breitkopf, genannt Breiti, der „Rheinischen Post“ vom Montag. Tote-Hosen-Frontmann Campino habe bei der Verleihung der Echos gesagt, was über die Texte der Rapper Kollegah und Farid Bang zu sagen sei.

          Wer nicht bei der Veranstaltung gewesen sei und seinen Protest kundtun wolle, indem er seine Echos zurückgebe, könne das ja tun. Anfang April waren die Deutschrapper Kollegah und Farid Bang trotz Antisemitismusvorwürfen mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Mehrere Musiker gaben ihre Echos zurück, um gegen diese Auszeichnung zu protestieren. Als Folge der Diskussion wurde der Musikpreis abgeschafft. Die Bertelsmann Music Group (BMG) trennte sich von Farid Bang und Kollegah.

          Campino hatte wegen als judenfeindlich kritisierter Textzeilen der Rapper Kollegah und Farid Bang bei der Echo-Gala Mitte April angeprangert, dass eine Grenze überschritten worden sei. Die Liedzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ galt in der Debatte um die Rapper als besonders heikel. Die Texte der letzten CD sowie frühere Songs der Gangster-Rapper werden von der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auf strafrechtliche Relevanz geprüft.

          Der Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung hatte Anfang Mai in einem Interview das Bundesverdienstkreuz für Campino gefordert. „Campino sollte für sein Engagement auf der Echo-Verleihung unbedingt gewürdigt werden, am besten mit dem Bundesverdienstkreuz“, sagte Felix Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Ehrung solle er bekommen, „weil er vielleicht sogar langfristig unsere Gesellschaft verändert hat“. Dem Antisemitismus seien „im Pop, in der Kunst, in der Gesellschaft neue Grenzen gesetzt“ worden.

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