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Verstorbener DJ : Tribute-Konzert für Avicii kommt Suizidprävention zugute

  • Aktualisiert am

Die schwedische Sängerin Agnes Carlsonn tritt zu Ehren von Avicii auf. Bild: AFP

Es ist ein Stelldichein einstiger Avicii-Wegbegleiter, die viele der Hits des verstorbenen Schweden für einen Abend in Stockholm wieder aufleben lassen. Dabei geht es nicht nur um Musik.

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          Der Star des Abends ist nicht da und ist es irgendwie doch. Ein prägnanter Avicii-Hit nach dem nächsten dröhnt durch die Friends Arena in Stockholm, als Freunde und Wegbegleiter wie David Guetta und Aloe Blacc den verstorbenen schwedischen Ausnahme-DJ am Donnerstag für einen Abend feiern, als stünde er direkt neben ihnen auf der Bühne. Zehntausende Fans jubeln, kreischen, schwitzen. Augen glänzen, manche aus purer Freude, andere tränenfeucht. Am Ende soll all das einem guten Zweck zugutekommen, der mit dem vor eineinhalb Jahren gestorbenen Avicii verbunden bleiben wird wie seine Musik – der Kampf für psychische Gesundheit.

          Avicii, der bürgerlich Tim Bergling hieß, war am 20. April 2018 in Maskat, der Hauptstadt des Oman, tot aufgefunden worden. Die Polizei schloss ein Fremdverschulden aus. Avicii, Weltstar und Schöpfer von Hits wie „Levels“, „Hey Brother“ und „Wake Me Up“, wurde nur 28 Jahre alt.

          Tim Bergling alias Avicii wurde nur 28 Jahre alt.

          Doch Berglings Musik lebt weiter, das zeigt nicht zuletzt die Begeisterung der Fans in der Friends Arena. Laute Beats treiben sie durch den Abend, dazu schallen die Stimmen von Musikern wie Aloe Blacc, Rita Ora und Adam Lambert durch das Fußballstadion, dessen Dach an diesem Abend geschlossen bleibt. Eine aus gut 30 Musikern bestehende Band spielt Aviciis Musik live auf der Bühne – so wie es der DJ laut seinem Vater immer vorhatte.

          Spätes Zeugnis eines traurigen Musikers

          Erst vor einem halben Jahr hatte das Studioalbum „Tim“ ein Dutzend neue Songs geliefert, an denen Avicii bis zuletzt mit Stars wie Chris Martin und Imagine Dragons, aber auch weniger bekannten Sängern wie Joe Janiak gearbeitet hat. Herausgekommen sind zwölf Lieder, die man als spätes Zeugnis eines traurigen und vom Stress geplagten Musikers hören kann – oder einfach als eine Palette exzellenter elektronischer Beats, die trotz ihrer nachdenklichen Texte gute Laune verbreiten. Sie sind ein Beweis dafür, dass sich schnelle Vibes und Tiefgründigkeit nicht ausschließen müssen.

          Nicht zuletzt die ausgekoppelte Single „SOS“ beschreibt den Zwiespalt recht gut, den Avicii bis zuletzt verkörperte: klare, fröhlich machende Musik gepaart mit einem Text, der manchmal nach Hilfe zu rufen scheint. „Can you hear me, SOS, help me put my mind to rest“, singt Aloe Blacc in der Friends Arena. Tausende tun es ihm mit selber Nachdenklichkeit gleich.

          Top-DJs wie Nicky Romero, Kygo und David Guetta hatten die Menge zuvor mit ihren Sets auf das eigentliche Gedenkkonzert eingestimmt. Laidback Luke ließ mit einem Shirt mit der Aufschrift „Avicii Forever“ keinen Zweifel daran, dass der DJ und dessen Musik aus seiner Sicht nie vergessen werden sollten. Das belgische Duo Dimitri Vegas & Like Mike („The Hum“) verkündete später: „Wir sind heute Abend aus Liebe für Tim hier, aus Liebe für seine großartige Musik!“

          Aufmerksamkeit für das Thema psychische Gesundheit

          David Guetta startete im Anschluss mit den Klängen von Aviciis „SOS“ und „Heaven“ in seinen Gig. „Wir sind heute alle hier, um einen Freund zu feiern“, rief er der Menge entgegen. Dann spielt er einen Song, den er nach eigenen Angaben in der Woche nach Aviciis Tod zu dessen Ehren aufgenommen hat. Es wird kurz leise im Rund – und dann wieder sehr, sehr laut.

          Mit dem Konzert wollten Aviciis Familie und deren Tim-Bergling-Stiftung die Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Gesundheit richten. Alle Ticket-Erlöse sollen dem Kampf gegen psychische Gesundheitsprobleme und der Suizidprävention zugutekommen. Das Konzert solle Aufmerksamkeit auf das Stigma richten, das mit psychischen Problemen und Selbstmorden verbunden werde, sagte Vater Klas Bergling auf dem Konzert. Deshalb wolle die Stiftung von nun an an jedem 5. Dezember darauf aufmerksam machen. „Wir vermissen Tim“, sagte er, „aber er ist durch seine Musik hier.“

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