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Video-Botschaft : Muslimische Studenten bieten Terroristen die Stirn

Muslimische Studenten in Frankreich verurteilen in einem Video die Gewalt vom Wochenende. Bild: Youtube/EMF

In einem ergreifenden Video haben die muslimischen Studenten in Frankreich ihre Trauer über die Anschläge zum Ausdruck gebracht. Auf ihrer Website sprechen sie aber auch über ihre Ängste, dass sich jetzt islamophobe Angriffe wie im Januar wiederholen könnten.

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          Wer hinter den Anschlägen von Paris steckt, wissen wir mittlerweile: Es waren Dschihadisten des „Islamischen Staates“, die am Freitagabend bewaffnet mit Sprengstoffgürteln und Maschinengewehren mehr als 130 Menschen töteten. Am Wochenende sprachen viele Menschen in den Sozialen Netzwerken den Opfern ihr Beileid aus und gaben ihrer Trauer Ausdruck. Die Diskussion über die Ursachen für diese Taten folgte auf dem Fuße, und nicht selten wurden dabei Muslime pauschal verurteilt. Dass die muslimische Gemeinde jedoch nicht weniger trauert, soll nun ein Video der „Étudiants Musulmans de France“ (EMF), des Verbandes muslimischer Studenten in Frankreich, zeigen.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          In dem Video verurteilt die 1989 gegründete Studentenvereinigung die Terrorangriffe und spricht ihre Solidarität mit den Opfern aus. „Die EMF verurteilen die Welle der Gewalt, die die Hauptstadt erschüttert hat. Nichts, aber auch gar nichts – keine Ideologie, kein Leid, kein Übel dieser Welt – kann die Unmenschlichkeit, die Gewalt und den Terror dieser Anschläge rechtfertigen, den sie verübt haben“, schreibt die Studentenvereinigung zur Veröffentlichung des Videos auf ihrer Website. Angesichts des nationalen Dramas riefen die EMF zur Einheit und Solidarität auf, hieß es weiter. Dies zeigten die Studenten auch in ihrem Video. Dort halten Studentinnen und Studenten schwarze Tafeln vor ihr Gesicht, auf denen in weißer Schrift „#NousSommesUnis“ („Wir sind vereint“) steht.

          Eine Sorge der Studenten ist, dass sie wegen ihres Glaubens fortan häufiger stigmatisiert werden könnten. „Die EMF befürchten im Nachgang der Anschläge, dass die Stigmatisierung ansteigt und wir häufiger – besonders im politisch-medialen Diskurs – undifferenziert mit jenen in einen Topf geworfen werden, die diese Anschläge verüben. Deshalb rufen wir zu Ruhe und Besonnenheit auf.“ Einen Anstieg islamophober Taten habe man bereits nach den Anschlägen vom 6. Januar auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo beobachtet, schreiben die EMF. Sie befürchten, dass sich dies nun wiederholen könnte. „Die EMF rufen die Behörden dazu auf, Verantwortung für die Sicherheit aller Bürger zu übernehmen. Sie sollten alles dafür tun, damit jeder Bürger als Person geschützt wird, damit sein Eigentum geschützt wird und damit seine religiösen Stätten geschützt werden.“

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