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Öffnungen für Touristen : Spanienurlaub – und nur die Briten fehlen

Strandbesucher baden in Pontevedra, Spanien Bild: dpa

Spanien macht auf – und hofft auf Touristen. Die dürften eher aus Deutschland als aus Großbritannien zu erwarten sein, wo strenge Quarantäneregeln für Reiserückkehrer gelten. Auch Portugal hofft auf Deutsche.

          3 Min.

          Spanien öffnet sich. Von diesem Montag an reicht für die Einreise ein Schnelltest. Bisher war der langwierigere und teurere PCR-Test vorgeschrieben. Nun genügt für alle Reisenden von einem Alter von sechs Jahren an schon das negative Ergebnis eines in der EU zugelassenen Antigentests, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Auch für die Rückkehr nach Deutschland ist nur noch ein Schnelltest nötig. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Testpflicht sogar vollständig. Sie müssen nachweisen, dass sie mindestens 14 Tage vor dem Antritt der Reise komplett geimpft worden sind. Bis Anfang Juli das europäische Zertifikat kommen soll, kann man nach Angaben der spanischen Botschaft in Berlin den gelben Impfpass vorlegen, der nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation erstellt ist.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Genesene müssen dokumentieren, dass ihre Infektion nicht länger als 180 Tage zurückliegt. Die entsprechenden Nachweise müssen auf jeden Fall auf Spanisch, Englisch, Französisch oder Deutsch schriftlich oder elektronisch vorliegen. Verpflichtend bleibt die Registrierung im staatlichen „Spain Travel Health“-Portal. Zugleich kehrt nicht nur in den spanischen Urlaubsorten langsam der Alltag zurück; international verkehrende Kreuzfahrtschiffe dürfen wieder anlegen. Von Montag an wird die letzte nächtliche Ausgangssperre in der Region von Valencia aufgehoben. Auf den Balearen war das schon am Freitag der Fall. Der Oberste Gerichtshof in Madrid hatte zuvor klargestellt, dass solche drastische Maßnahmen angesichts niedrigere Infektionszahlen nicht mehr angemessen sind. An der Playa de Palma und in Palma feierten Hunderte in spontanen Partys die neuen Freiheiten. Die Polizei musste eingreifen. Beide Touristenregionen sind mit ihren Lockerungen vorsichtiger und langsamer als zum Beispiel die Hauptstadt Madrid.

          Auf den Balearen bleibt in den Partyzonen an der Playa de Palma und in Magaluf die Zahl der Personen, die drinnen und draußen an einem Tisch zusammensitzen dürfen, auf vier begrenzt. In den restlichen Orten sind zehn Personen auf den Terrassen der Lokale sowie sechs Personen in Innenräumen gestattet. Die balearische Regionalpräsidentin Francina Armengol kündigte eine „sichere Reaktivierung des Nachtlebens“ an. Vom 25. Juni an soll ein Pilotprojekt auf Mallorca und Ibiza beginnen. Zahlreiche Einschränkungen, wie die Maskenpflicht, sollen jedoch bestehen bleiben.

          Seit Sonntag darf die Gastronomie auf den Inseln bis Mitternacht geöffnet bleiben. Dabei könnten in Regionen mit niedriger Inzidenz wie die Balearen künftig die Nachtlokale bis drei Uhr morgens öffnen. Doch zwischen mehreren spanischen Regionen und der Zentralregierung ist ein heftiger Streit über den Rahmen für diese Lockerungen entbrannt. Ziel der Regierung in Madrid bleibt es, schrittweise zu öffnen, bis gegen Ende August 70 Prozent der Spanier geimpft sind. „Jeden Tag gehen wir einen Schritt in Richtung Normalität“, sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias. Gut ein Fünftel der Bevölkerung hatte bis zum Wochenende einen kompletten Impfschutz.

          Das schlägt sich auch in den Infektionszahlen nieder. Mit 54 Fällen pro 100.000 Einwohner war die spanische Sieben-Tages-Inzidenz am Wochenende etwas höher als in Deutschland. Zu Jahresbeginn waren die spanischen Zahlen zehnmal so hoch. Auf den Balearen liegt die Inzidenz bei knapp 20, in Valencia bei gut 18. In Andalusien, das bei Urlaubern ebenfalls besonders beliebt ist, waren es dagegen 87. Die Besserung der Lage führte jedoch nicht dazu, dass die britische Regierung Spanien auf ihre „Grüne Liste“ setzte. Briten müssen nach ihrer Heimkehr in Quarantäne und mehrere Tests absolvieren, was viele von einer Reise abgehalten hat.

          Das gilt jetzt auch wieder für Portugal. Spaniens Nachbar war bisher das einzige europäische Urlaubsland auf der „Grünen Liste“. Zuletzt stieg in Portugal die Sieben-Tages-Inzidenz wieder leicht an, sie liegt aber unter 40 und ist damit niedriger als in Spanien. Kurz nach der Ankündigung aus London setzte am Wochenende unter den britischen Urlaubern ein regelrechter Exodus aus Portugal ein. Sie wollen zu Hause sein, bevor am Dienstag die verschärften Quarantänevorschriften in Kraft treten. Die Flugpreise schnellten in die Höhe, obwohl die Fluggesellschaften mehr und größere Flugzeuge einsetzten. Portugiesische Hoteliers halten die britische Entscheidung für „katastrophal“. Man nehme sie zur Kenntnis, könne aber „ihre Logik nicht verstehen“, sagte der portugiesische Außenminister Augusto Santos Silva: Portugal sei in der Lage, einen sicheren Aufenthalt zu garantieren. Die restriktive Corona-Politik Londons trifft Spanien ähnlich hart wie Portugal. In beiden Ländern stellen die Briten traditionell die größte Gruppe unter den Urlaubern. Deshalb konzentrieren sich die Hoffnungen immer stärker auf die Gäste aus Deutschland. Nach Angaben des Reiseportals „Holiday Check“ ist Mallorca unter Deutschen das beliebteste Reiseziel am Mittelmeer. Schon im April machten sie zwei Drittel der Urlauber auf den Balearen und ein Drittel auf den Kanaren aus.

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