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Tom Cruise und Katie Holmes : Wer kriegt wie viel Publicity?

  • -Aktualisiert am

Da hatten sie noch gut lachen: Holmes und Cruise vor einem Jahr. Bild: dapd

Die Scheidung von Tom Cruise und Katie Holmes folgt den Gesetzen Hollywoods. Im Falle eines Rosenkriegs würde Tom Cruise wohl das Nachsehen haben.

          Gemessen am Anspruch der Schauspiellegende Lauren Bacall hat Tom Cruise schon jetzt den Kürzeren gezogen. „In Hollywood bedeutet eine gerechte Scheidung, dass jeder Partner 50 Prozent der Publicity bekommt“, sagt die 87 Jahre alte Golden-Globe-Preisträgerin, die an der Seite ihrer Schauspielkollegen Humphrey Bogart und Jason Robards Ehe-Erfahrung sammelte. Seit Katie Holmes am Donnerstag die Scheidung von Cruise eingereicht hat, gilt die Aufmerksamkeit dagegen vor allem ihr und der sechsjährigen Tochter Suri.

          Schon das Statement, das Holmes’ Anwalt Jonathan Wolfe verbreitete, weckte die Neugier der Medien. „Dies ist eine persönliche und private Angelegenheit für Katie und ihre Familie. Katies größte Sorge ist wie immer das Wohl ihrer Tochter“, teilte der Jurist mit, der in den Scheidungspapieren zudem das alleinige Sorgerecht für seine Mandantin fordert. Nachdem Cruise sich in der Öffentlichkeit stets als liebevoller Vater der Sechsjährigen präsentiert hatte, lösten die Sätze umgehend Spekulationen über den Einfluss der Scientology-Sekte auf Suri aus. Cruise gehört zu den prominentesten Anhängern der Sekte.

          Als das Internetportal „tmz.com“ von einem rätselhaften weißen Geländewagen berichtet hatte, mit dem die Scientologen Holmes angeblich vor ihrer New Yorker Wohnung beschatteten, folgte am Montag das lautstarke Dementi der Sekte. Auch die Gerüchte, Holmes wolle mit der Scheidung die bevorstehenden Rekrutierung ihrer Tochter für die Scientology-Untergruppe „Sea Organization“ verhindern, wies ein Sprecher zurück. Mitglieder von „Sea Org“ müssten nicht nur mindestens 16 Jahre alt sein, sondern auch das Einverständnis beider Eltern nachweisen.

          Wie der Scheidungsanwalt Paul Talbert vermutet, hegten Holmes und Cruise über die Zukunft ihrer sieben Monate vor der Hochzeit geborenen Tochter dennoch unterschiedliche Vorstellungen. „Dass Holmes mit der Scheidung das alleinige Sorgerecht verlangt, ist ein eindeutiges Signal“, sagte der New Yorker Jurist der Zeitung „UsaToday“.

          Falls Cruise den Rosenkrieg will, drohen unangenehme Fragen

          Während Cruise trotz der Beteuerungen seiner Sprecherin Amanda Lundberg, er sei „tieftraurig“ über Holmes’ Scheidungsantrag, die Dreharbeiten zum Science-Fiction-Film „Oblivion“ in Island fortsetzt, wird in seiner Heimat auch über die finanziellen Folgen der Scheidung spekuliert. Nach gescheiterten Ehen mit den Schauspielerinnen Mimi Rogers und Nicole Kidman vermuten Beobachter, dass Cruise vor der Hochzeit im November 2006 einen Ehevertrag mit Holmes ausgehandelt hat. Obwohl Kalifornien - bislang der Hauptwohnsitz des Paares - zu den wenigen Bundesstaaten mit ehelicher Gütergemeinschaft zählt, muss Cruise daher nicht um sein Vermögen fürchten.

          Wie das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzt, hat der 50 Jahre alte Schauspieler und Produzent in den fünf Ehejahren fast 200 Millionen Dollar verdient. „Laut Ehevertrag bekommt Holmes für jedes Ehejahr wahrscheinlich eine Million Dollar. Es wird wohl auch einige Klauseln über eine bestimmte Summe für den Kauf eines Hauses für Holmes und Suri geben“, vermutet die amerikanische Scheidungsanwältin Lois Liberman. Für Holmes lukrativer könnte dagegen der Kindesunterhalt werden, den Cruise voraussichtlich für zwölf Jahre zahlt. Da die Darstellerin die Scheidungspapiere in New York eingereicht hat, kann sie großzügige Zahlungen erwarten. Neben einer vermutlich fünfstelligen Summe je Monat würde die 33 Jahre alte Holmes auch ein Budget für Kindermädchen, Suris Ausbildung und die Reisen zu den Drehorten der Eltern erhalten.

          Cruise soll den kalifornischen Prominentenanwalt Dennis Wasser jedoch inzwischen beauftragt haben, die Verlegung des Scheidungsverfahrens von New York nach Los Angeles zu fordern. Die kalifornischen Richter bevorzugen das gemeinsame Sorgerecht. Falls Cruise sich auf einen Rosenkrieg einlässt, könnten ihm unschöne Details aus seinen Ehen und seine Rolle bei den Scientologen die an der Kinokasse gefürchtete negative Publicity einbringen. Hinter vorgehaltener Hand raten Hollywoods PR-Spezialisten Cruise daher, auf das gemeinsame Sorgerecht zu verzichten und eine Besuchsregelung auszuhandeln. So ließe sich auch der Spekulation vorbeugen, Holmes habe die Ehe beendet, um die Tochter vor Scientology zu schützen.

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