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Tom Cruise und Katie Holmes : Die Scheidung ist durch

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„Der Fall ist zu Ende, und wir freuen uns für Katie und ihre Familie“, verkündete Holmes‘ Anwalt Jonathan Wolfe. Hier verlässt die Schauspielerin sein Büro. Bild: AFP

Dass es dann so schnell geht, hatte wohl niemand gedacht: Tom Cruise und Katie Holmes haben zwölf Tage nach der Trennung eine Scheidungsvereinbarung unterzeichnet.

          Die dritte Scheidung hat Tom Cruise mit der Geschwindigkeit eines Kampfjets à la „Top Gun“ hinter sich gebracht. Während sich der Schauspieler vor der Trennung von Mimi Rogers 1990 monatelang bei den Eheberatern der Scientology-Sekte quälte und mit Nicole Kidman 2001 neun Monate über Unterhaltsansprüche verhandelte, unterzeichnete er mit Katie Holmes jetzt binnen zwölf Tagen eine Scheidungsvereinbarung. „Der Fall ist zu Ende, und wir freuen uns für Katie und ihre Familie“, verkündete Holmes’ Anwalt Jonathan Wolfe am Montag in New York. „Es ist aufregend zu sehen, wie sie das nächste Kapitel ihres Lebens beginnt.“

          Das früher als „TomKat“ gefeierte Glamourpaar gab in einem gemeinsamen Statement bekannt, man werde keine Einzelheiten des „divorce settlement“ verraten. Beobachter melden aber, dass Holmes das alleinige Sorgerecht für die sechsjährige Suri zugesprochen wurde. Zudem soll Cruise trotz eines rigorosen Ehevertrags ungewöhnlich großzügigen Summen für Holmes’ Unterhalt zugestimmt haben.

          Der Schauspieler, der während der isländischen Dreharbeiten zu dem Film „Oblivion“ am 28. Juni von Holmes’ Scheidungsantrag überrascht wurde, spielt im Leben seiner Tochter künftig nur noch eine Gastrolle. Angeblich haben seine Anwälte Dennis Wasser und Bert Fields nur ein Besuchsrecht für den Fünfzigjährigen herausgeschlagen. Fields teilte mit, Cruise sei dennoch zufrieden: „Tom freut sich, dass wir diese Einigung erreicht haben.“ Auf Suris Erziehung mag Cruise kaum noch Einfluss haben - Hollywoods rasanteste Scheidung könnte aber zumindest Schaden von Scientology abgewendet haben.

          Aus Katie Holmes’ Freundeskreis war berichtet worden, der Scheidungsantrag sei als Versuch zu werten, Suri vor Scientology zu schützen. Nun wird sich die aufgeflammte Debatte über die Praktiken der umstrittenen Organisation wohl wieder legen. „Für die Scientologen war das Ganze ein Publicity-Albtraum. Daher war es das Beste, Katie und Suri in Ruhe zu lassen“, meint Astra Woodcraft, die als Kind bei der Sekte aufwuchs. In den letzten Tagen hatte auch bei der 34 Jahre alten ehemaligen Scientologin in Los Angeles tagelang das Telefon geklingelt: „Jeder wollte hören, wie eine Kindheit bei der Organisation aussieht.“ Die gebürtige Britin war als Sechsjährige mit ihren Eltern und Geschwistern aus London nach Florida gezogen, wo sie getrennt von ihrer Familie bei verschiedenen Einrichtungen der Scientologen putzte, Bücher führte und andere Arbeiten verrichtete. „Scientologen sehen Kinder als Erwachsene im Körper eines Kindes. Sie nehmen keine Rücksicht auf Kinder“, erinnert sich Woodcraft. Vor einigen Monaten berichtete das Magazin „The New Yorker“, dass auch Cruise von illegaler Kinderarbeit profitiert habe. Der Scientology-Führer David Miscavige soll dem Hollywood-Star zwei Luxusbusse geschenkt haben, die von Kindern der Sektenabteilung Sea Org ausgestattet wurden.

          Laut Woodcraft werden auch die Kinder prominenter Sektenmitglieder wie Tom Cruise, John Travolta oder Will Smith zudem mit den Lehren des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard zu unsterblichen „Thetanen“ indoktriniert. „Man lebt in einer eigenen Welt, die mit der Realität nichts mehr gemein hat.“ Wie Woodcraft berichtet, wird der Nachwuchs der Stars von Miscavige persönlich betreut. Im Unterschied zu den Kindern nichtprominenter Anhänger behandle der Sektenführer, der im Jahr 2006 als Trauzeuge an „TomKats“ italienischer Hochzeit teilnahm, die Sprösslinge der Stars aber vergleichsweise milde.

          Um das „sec checking“, das Aushorchen der Sektenmitglieder, sollen aber auch sie nicht herumkommen. Wie amerikanische Medien melden, hatte die Sekte unter anderen Cruises Adoptivkinder Isabella und Connor aus der Ehe mit Kidman zu eigenem Fehlverhalten und dem ihrer Eltern befragt. Da auch Suri das teure „sec checking“ gedroht habe, hatte Holmes in den vergangenen Monaten angeblich kaum noch an Veranstaltungen der Scientologen teilgenommen. Inzwischen soll die 33 Jahre alte Schauspielerin, die in einem katholischen Elternhaus im ländlichen Ohio aufwuchs, ihre Tochter in einer New Yorker Vorschule der Kirche angemeldet haben.

          Wie „tmz.com“ berichtet, enthält die Vereinbarung Klauseln, die künftig die Gespräche von Cruise und Holmes mit ihrer Tochter zu Religion und Scientology regeln. Während die Wertediskussion für die nächsten Jahre angeblich dosiert wird, soll der Leitfaden den Eltern später mehr Freiheiten lassen. Dass Einzelheiten der Abmachung an die Öffentlichkeit dringen, hat Cruise ausgeschlossen. „Wir wollen Familienangelegenheiten privat halten“, ließ er Holmes vorsorglich unterschreiben. „Wir beide respektieren das Wertesystem des anderen und werden uns gegenseitig als Eltern unterstützen.“

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