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Tom Cruise : Ein Lächeln zur Seelenrettung

  • -Aktualisiert am

„Toms nächste Ehe wird mit einem Mitglied der Organisation geschlossen“, prophezeite die Scientology-Expertin Margery Wakefield. Bild: AFP

Tom Cruise soll eine neue Partnerin haben, die genauso wie der Schauspieler zu den Scientologen gehört. Die Sekte hat laut „Vanity Fair“ schon vor Jahren als Casting verbrämte Partnerbörsen veranstaltet, um nach Cruise’ gescheiterten Ehen eine neue Frau für den Star zu finden.

          Yolanda Pecoraro ist offenbar anders als die Anderen. Während nach Umfrage eines britischen Internet-Casinos acht von zehn Frauen eine Romanze mit einem Scientologen ausschlagen, soll das amerikanische Model Hollywoods prominentestem Sektenmitglied Tom Cruise schon zum zweiten Mal näher gekommen sein. Yolanda Pecoraro aus New Jersey könnte nach der Blitzscheidung des Schauspielers von Katie Holmes gar die nächste Mrs. Cruise werden. Die 27 Jahre alte Tochter einer nicaraguanischen Mutter und eines italienischen Vaters hat nicht nur eine makellose Figur und ein kamerataugliches Lächeln, sondern gilt auch als treue Anhängerin des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard.

          „Toms nächste Ehe wird mit einem Mitglied der Organisation geschlossen.“ Das prophezeite die Scientology-Expertin Margery Wakefield denn auch dem „National Enquirer“. Cruise soll Pecoraro vor acht Jahren bei der Eröffnung eines Scientologen-Centers in Spanien kennengelernt haben. „Tom verliebte sich Hals über Kopf“, schreibt der britische Autor Andrew Morton unter dem Titel „Tom Cruise: An Unauthorised Biography“. Auch die Nachwuchsschauspielerin, die bislang nur mit Rollen wie „sexy woman“ und „Bikini-Schönheit“ auffiel, bestätigt eine Verbindung: „Ja, ich kannte Tom Cruise und kenne ihn immer noch. Und nein, ich bin weder verlobt noch verheiratet.“

          Enthüllungen über Brautschau

          Dass „Yolie“ den Schauspieler damals zufällig traf, scheint nach den jüngsten Enthüllungen über Brautschauen à la Scientology unwahrscheinlich. Laut „Vanity Fair“ veranstaltete die Sekte schon vor Jahren als Casting verbrämte Partnerbörsen, um nach Cruise’ gescheiterten Ehen mit den Schauspielerinnen Mimi Rogers und Nicole Kidman sowie der plötzlich erloschenen Liebe zu Penélope Cruz eine neue Frau für den Star zu finden. Schließlich, so die Maxime des verstorbenen Sekten-Chefs Hubbard, gehört die Ehe zum zweiten der acht „Impulse“, die die Existenz eines Scientologen bestimmen. Neben zwei Dutzend Kandidatinnen wie Sofia Vergara und Scarlett Johansson kam angeblich auch die britisch-iranische Schauspielerin Nazanin Boniadi in die engere Auswahl. Die Zweiunddreißigjährige, damals noch Mitglied der Organisation, soll Ende 2004 mit Einverständnis des Scientology-Chefs David Miscavige und seiner Ehefrau Shelly bei Cruise eingezogen sein. Damit sie für den potentiellen Bräutigam etwas hermachte, hatte sie zuvor ein Make-Over absolviert. Doch auch gerichtete Zähne und neue Frisur beflügelten die Liebe nicht. Als „Naz“ die Cruise-Villa nach ein paar Monaten wieder verlassen musste, wurde sie laut „Vanity Fair“ nach Florida abgeschoben, wo sie die Toiletten des Celebrity-Center der Scientologen mit der Zahnbürste schrubbte. Während ein Sprecher des 50 Jahre alten Stars die Enthüllungen über die Brautschau Lügen nannte, verurteilte der Sekten-Aussteiger und Oscar-Preisträger Paul Haggis die angeblich von Shelly Miscavige eingefädelte Kuppelei. „Mich hat erschreckt, dass die Führer einer Glaubensgemeinschaft eine Anhängerin leichtfertig benutzen und sie später erfolgreich zum Schweigen bringen“, sagte der Regisseur, ein Vertrauter Boniadis.

          Cruise stellte nur drei Monate nach der Trennung den Serienstar Katie Holmes als seine neue Lebensgefährtin vor. „Schon bei unserem ersten Treffen hatte ich das Gefühl, ihn seit einer Ewigkeit zu kennen“, schwärmte Holmes. Der erwartete Karriereschub der schüchternen Joey aus dem Teenager-Drama „Dawson’s Creek“ ließ nicht lange auf sich warten. Obwohl der 33 Jahre alten Mutter von Cruise’ Tochter Suri in Hollywood eher mäßiges Talent nachgesagt wird, drehte sie mit Diane Keaton und Ted Danson die Komödie „Mad Money“, trat am Broadway auf und hält in der nächsten Woche mit ihrem Modelabel „Holmes & Yang“ bei der New York Fashion Week Einzug. Den Höhenflug in Seide und Leder bremst nicht mal die Schelte des Modezaren Oscar de la Renta, der sich jetzt bei einer Gala über Mode-Amateure aus der Filmbranche beschwerte.

          Scientology in Hollywood

          Dem im Jahr 1986 verstorbenen Sekten-Gründer Hubbard hätten Holmes’ Unternehmungen gefallen - zumindest während der Ehe mit Cruise. In den fünfziger Jahren entwickelte der Science-Fiction-Autor und Geschäftsmann das „Project Celebrity“, um Prominente als Werbeträger für die „Church of Scientology“ zu gewinnen. Während Hubbard damals bei der Rekrutierung von Ernest Hemingway, Greta Garbo und Walt Disney scheiterte, gelang es seinem Nachfolger Miscavige, in Hollywood ein Netzwerk aus Produzenten, Regisseuren und Schauspielern zu knüpfen. Zu den bekanntesten Gesichtern der Sekte zählen neben Tom Cruise und John Travolta auch Kirstie Alley, Priscilla Presley und Jenna Elfman. Unter Nachwuchsstars in Los Angeles gilt es als offenes Geheimnis, dass die Sektenzugehörigkeit Türen zu Castings öffnet. Die verlangte Teilnahme an teuren Kurse zur Einweisung in Hubbards „Techniken“ zur Seelenrettung wird dabei in Kauf genommen.

          Als Ausnahme gilt jedoch Sängerin und Fußballergattin Victoria Beckham. Obwohl sich ihr Nachbar Cruise nach dem Umzug der Britin nach Beverly Hills monatelang bemühte, ließ sie sich nicht bekehren. Auch Penélope Cruz soll sich gewehrt haben. Die Romanze mit Cruise, die bei den Dreharbeiten zu „Vanilla Sky“ im Jahr 2001 begann, endete nach drei Jahren. Nach Exkursen mit der Katholikin Holmes und der Buddhistin Cruz gilt die überzeugte Scientologin Pecoraro nun als kleinstes Risiko. Und schöne Zähne hat sie auch schon.

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