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Tilda Swinton falsch auf Twitter : Meine Augen waren geöffnet, aber ich öffnete sie trotzdem

  • -Aktualisiert am

Frau und Mysterium: Tilda Swinton Bild: AP

Ein Hochschulabsolvent gibt sich auf Twitter für Tilda Swinton aus – und das äußerst erfolgreich. Mit obskur-spirituellen Wortmeldungen erreicht er innerhalb einer Woche Zehntausende Follower.

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          Dass seine Weisheitszähne ihm zu mehr als 35000 Followern auf Twitter verhelfen würden, und das noch im Namen von Tilda Swinton, das hätte der 21 Jahre alte Eli Yuldin wohl nicht gedacht. Als der amerikanische Hochschulabsolvent am Montag vergangener Woche von seiner Zahnoperation zurückkehrte und aus Langeweile den anonymen Account @NotTildaSwinton anlegte, stieg die Zahl „ihrer“ Twitter-Fans über Nacht.

          „Kennt ihr den Geschmack von Birkenrinde im fahlen Mondschein? Mit diesem Geschmack im Mund ist Adam im Garten Æden erwacht.“ Synthetische Ligaturen samt Bibel-Allegorien scheinen Tweets so fremd wie Tilda Swinton dem Internet – und ihre Verbundenheit zum Irdischen, in der Twitter höchstens Mittel zum Zweck ist. Das drückt sich nicht nur darin aus, dass sie die Follower liebevoll „Tildren“ nennt. Sie twittere durch einen Hasen, erklärte sie.

          Sieben Tage lang sinnierte Eli als Tilda über Einsamkeit und Sein, Leben und Vergänglichkeit: „Ich habe zwei Jahre lang in Milch geschlafen. Jetzt bin ich eine Dekade wach. Schlaf als Hobby.“ Gedanken zur Wiedergeburt aus einem Koyotenkadaver, Kleidung als Lüge, durchbrochen von Argwohn darüber, morgens mit den falschen Gliedmaßen zu erwachen. Und Aufrufe wie: „Geht nach draußen. Haltet ein Tier vor eure Brust. So fühlt sich wahre Wärme an“ oder „Esst Erde. Nur einmal. Lernt den Geschmack der Welt kennen, die ihr Zuhause nennt.“

          Montagnacht enttarnte sich Eli: Nach einwöchiger Bettruhe war sein Kiefer verheilt – und Tilda Swinton zum Schweigen verurteilt. „I must return to the Æther“, steht in Tildas Account. Für Eli Yuldin war alles nur ein großer Spaß. „Das Internet“, so meint er nicht ganz zu Unrecht, „ja, das ist schon eine verrückte Sache.“

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