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Initiative von Tiaji Sio : Diversität unter Diplomaten

Diplomatin: Tiaji Sio wirbt für mehr Vielfalt im Auswärtigen Amt. Bild: Lâm Nguyễn

Die afrodeutsche Diplomatin Tiaji Sio hat im Auswärtigen Amt ein Netzwerk für Menschen mit Migrationsgeschichte gegründet. Denn die gesellschaftliche Vielfalt spiegele sich bisher nicht in der Bundesverwaltung wider.

          3 Min.

          Heimat, das bedeutet für Tiaji Sio, dass 80 verschiedene Muttersprachen an Schulen gesprochen werden. Eine diverse und weltoffene Stadt, in der es sich trotz Internationalität dörflich leben lässt und in der sie die Menschen im Bus auch Jahre nach ihrem Umzug wiedererkennt. Heimat, das bedeutet für die Beamtin im gehobenen Dienst des Auswärtigen Amts: Frankfurt. Dass es dort, wo es sie nach dem Abitur hinziehen würde, anders sein könnte, hätte die Vierundzwanzigjährige nicht gedacht: „Ich hielt es für normal, dass jeder zu Hause mit verschiedenen Sprachen und Kulturen aufwächst. Ich hatte erwartet, dass in einer international aufgestellten Behörde wie dem Auswärtigen Amt eine ebensolche Diversität anzutreffen ist.“

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Schon als Kind habe sie den Wunsch gehabt, zu einer gerechteren Gesellschaft beizutragen. Im Kindergarten wollte sie Polizistin werden, als Jugendliche träumte sie von einer Karriere als Richterin und absolvierte in der achten Klasse ein Praktikum beim Arbeitsgericht. Und Sio nahm dank dem bilingualen Zweig am Goethe-Gymnasium in Frankfurt an außerschulischen Aktivitäten wie einer Delegation für das Europäische Jugendparlament und an den Model United Nations teil, bei denen Schülern die Arbeit der Vereinten Nationen nähergebracht wird. Strukturelle Hindernisse waren der Afrodeutschen fremd. Nachdem sie zudem während eines Schüleraustauschs nach Indien zum ersten Mal ein Land des globalen Südens kennengelernt hatte, verfestigte sich ihr Wunsch: die Leidenschaft für Politik zum Beruf zu machen – beim Auswärtigen Amt.

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