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Sänger Max Mutzke im Interview : „Es ist, als wäre die Show für mich geschrieben worden“

  • -Aktualisiert am

Max Mutzke nach seinem Sieg der Pro-Sieben-Sendung „The Masked Singer“ Bild: dpa

Lange kannte man ihn als ESC-Teilnehmer von 2004, jetzt hat er die Show „The Masked Singer“ gewonnen: Sänger Max Mutzke erzählt im Interview, was ihm die Sendung bedeutet hat – und wie es sich als Astronaut lebt.

          Viele hatten Max Mutzke vielleicht vergessen. 2004 war er für Deutschland beim Eurovision Song Contest angetreten. Danach wurde es ruhig um den Sänger, der fortan in kleineren Clubs, aber auch auf Festivals spielte. Nun ist er zurück ins deutsche Fernsehen gekehrt, auch wenn das erst seit Donnerstagabend offiziell ist: Mutzke gewann die erfolgreiche Pro-Sieben-Show „The Masked Singer“. Als Astronaut erlebte er einen Höhenflug – das Finale, den Moment seiner Landung schauten über vier Millionen Menschen. Am Tag danach erreichen wir ihn in Berlin im Studio, wo er mit dem Sänger Clueso an einem neuen Song schreibt.

          Herr Mutzke, wie kommt es zu der Zusammenarbeit mit Clueso, kurz nach Ihrem spektakulären Sieg von „The Masked Singer“?

          Clueso hatte meine Stimme erkannt, als die Show noch lief, und schrieb mir direkt: „Na, Astronaut?“ Ich durfte ihm nichts verraten. Aber wir fanden beide, dass es eine gute Idee wäre, nach der Sendung einen Song zusammen zu machen.

          Wie fühlt es sich an, von den Leuten erkannt zu werden, nachdem Sie zuvor sechs Wochen lang unerkannt auf der Bühne standen?

          Lustig war, dass ich auch noch einige Auftritte während der „Masked Singer“-Zeit gespielt habe. Wir haben montags bis mittwochs geprobt, donnerstags habe ich die Fernsehshow gehabt. Am Wochenende habe ich Konzerte gespielt. Das war natürlich eigenartig.

          Bei „The Masked Singer“ habe ich am Anfang gedacht: Ich mache da jetzt einmal mit. Als ich aber die Standing Ovations bekommen habe und der Applaus so enorm lang war, da wusste ich: Ich muss das durchziehen, bis zum Schluss. Plötzlich wollte ich nichts mehr von dem Geld wissen, sondern nur noch bis zum Ende dabei bleiben.

          Sie standen in „The Masked Singer“ eben nicht als Max Mutzke vor dem Publikum, sondern als Astronaut. Durften Sie sich die Rolle selbst aussuchen?

          Es gab mehrere Kostüme, zwischen denen ich mich entscheiden durfte. Lustigerweise haben wir am Ende des letzten Jahres darüber nachgedacht, dieses Jahr ein Album zur Mondlandung rauszubringen, das hat aber zeitlich nicht geklappt. Dann war ich bei „The Masked Singer“ der Astronaut und das fand ich cool. Der Astronaut ist der am besten ausgebildete Soldat der Nation. Und trotzdem hat das Kostüm durch die Diamanten auch etwas Zerbrechliches und Fragiles ausgestrahlt.

          Haben Sie das Kostüm behalten?

          Ich habe erst darüber nachgedacht, eigentlich hängt so etwas dann aber doch nur zehn Jahre im Schrank und nimmt total viel Platz weg. Ich wollte unbedingt den Pokal mitnehmen, das ist aber ein Wanderpokal, der bleibt bei der Produktion.  Aber mir wurde ein kleinerer Pokal versprochen.

          Zwischen ihrem Durchbruch beim Eurovision Song Contest und The Masked Singer sind 15 Jahre vergangen. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

          Wenn ich so über meine Vergangenheit und den Grand Prix nachdenke – und was wozu geführt hat –, würde ich es nicht anders machen. Ich bin ja auch da, wo ich bin, weil ich das alles erleben durfte. Aber es hat natürlich ganz krasse Schattenseiten. Also bis ich diesen Stefan-Raab-Stempel oder den Grand-Prix-Stempel weggewischt hatte, – das waren fast Tätowierungen, die ich wegoperieren musste. Es hat viele Jahre gedauert, bis die Narben nicht mehr zu sehen waren. Bis heute werde ich anmoderiert mit „Damals war er für uns beim Grand Prix“, obwohl ich in der Zwischenzeit neun Alben gemacht habe und an ganz vielen verschiedenen Projekten arbeite. Ich spiele um die 100 Konzerte im Jahr, mal mit verschiedenen Big Bands auf großen Festivals, dann wieder mit einem Streichquintett oder in einer Jazz Formation. Außerdem bin ich natürlich mit meiner eigenen Band unterwegs.

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