https://www.faz.net/-gum-9sgiy

Alle Titel aberkannt : Thailands König verstößt Geliebte

  • Aktualisiert am

Thailands König Maha Vajiralongkorn und seine offizielle Geliebte Sineenat Wongvajirapakdi auf einem undatierten Foto des Palastes Bild: Thailand Royal Office/Thailand Royal Office/AP/dpa

Erst im Juli wurde Sineenat Wongvajirapakdi zur offiziellen Geliebten des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn. Nun findet die Verbindung ein abruptes Ende – wohl auch wegen Rivalitäten im Palast.

          2 Min.

          Überraschung in Thailands Königshaus: König Maha Vajiralongkorn (67) hat seine offizielle Geliebte aus dem Palast verstoßen. Der 34 Jahre alten Sineenat Wongvajirapakdi wurden am Montag plötzlich alle königlichen und militärischen Titel entzogen. Damit verlor sie auch den Rang einer Königlich-Adeligen Gemahlin, der nur äußerst selten vergeben wird. Damit war die ehemalige Leibwächterin und Krankenschwester seit Juli praktisch die Zweitfrau neben Königin Suthida (41) – allerdings nur einen Sommer lang.

          Thailands König ist in vierter Ehe verheiratet. Aus früheren Beziehungen in seiner Zeit als Thronfolger hat Maha Vajiralongkorn (auch bekannt als Rama X.) offiziell sieben Kinder. Königin Suthida nahm er erst wenige Tage vor seiner Krönung im Mai dieses Jahres zur Ehefrau. Kurz darauf erhob er die Geliebte dann zur offiziellen Konkubine. Die beiden hielten sich davor und danach oft in Bayern auf, wo der König am Starnberger See eine Villa hat.

          Begründet wurde die Degradierung vom Palast damit, dass Sineenat – Spitzname: Koi – gegen den Willen des Königs verstoßen habe und illoyal gegenüber der Monarchie gewesen sei. Hintergrund war demnach, dass sie selbst Königin werden wollte. Damit habe sie „Verwirrung“ im Palast und auch im Volk gestiftet, hieß es. Wie Suthida hatte auch Sineenat für den heutigen König als Leibwächterin gearbeitet. Sie trug bislang den Titel eines Generalmajors.

          So schnell degradiert wie befördert

          Die Degradierung kommt nun ebenso überraschend wie die Beförderung vor nicht einmal drei Monaten. Das Königshaus hatte dazu auf seiner Website auch mehr als 60 Fotos der Konkubine veröffentlicht: in einer Art Sport-BH am Steuer eines Flugzeugs, zu Füßen des Königs neben dem Thron, zusammen mit dem König in Uniform und mit einem Pudel. Auf einem Bild hielt Koi sogar seine Hand. Das Interesse daran war so enorm, dass die Internet-Seite des Königshauses zusammenbrach.

          Im alten Königreich Siam war es für Monarchen nicht unüblich, neben der Gattin eine zweite Frau zu haben – oder noch mehr. In Thailand, wo die absolute Monarchie seit 1932 abgeschafft ist, wurde der Titel einer „Chao Khun Phra“ (in etwa: Königlich-Adelige Gemahlin) aber bis zu diesem Sommer noch nie verliehen. Der Vater des heutigen Monarchen, König Bhumibol, war 66 Jahre lang mit seiner Frau Sirikit verheiratet. Sie ist heute 87.

          Soziale Netzwerke als Informationsquelle

          Die neue Offenheit in Sachen Liebes-Angelegenheiten ist für die Monarchie ungewöhnlich. Über das, was ihr König abseits der offiziellen Termine macht, können sich Thais ansonsten nur über die sozialen Netzwerke informieren. Im Königreich selbst ist Rama X. durch ein sehr strenges Gesetz vor jeglicher Form von „Majestätsbeleidigung“ geschützt. Die Presse hält sich deshalb sehr zurück.

          Die Fotos aus Bayern, wo Maha Vajiralongkorn manchmal in recht knapper Kleidung unterwegs ist, kennen trotzdem viele – zumindest in Bangkok. Die privaten Dinge halten den König nicht davon ab, auf die Politik Einfluss zu nehmen. Seit Übernahme des Throns 2016, nach dem Tod seines Vaters, lässt er an seinem Machtwillen keinen Zweifel. Manche Experten sind der Meinung, dass sich Thailand zurück in Richtung absolute Monarchie bewege.

          Weitere Themen

          Angreifer verätzt  51 Kinder

          Kindergarten in China : Angreifer verätzt 51 Kinder

          Ein Mann hat Dutzende Kinder und Erzieher in einem chinesischen Kindergarten mit Lauge verletzt. Solche Fälle sind in China nicht selten, werden aber von Staat und Medien meist totgeschwiegen.

          Topmeldungen

          Bevölkerungswachstum : „Ein politisch heikles Thema“

          Die Demographie-Forscherin Alisa Kaps über die Weltbevölkerungskonferenz, schwierige Gespräche mit afrikanischen Regierungschefs, Gegenwind von Abtreibungsgegnern und darüber, wie Rechtspopulisten das Thema Bevölkerungswachstum besetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.