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Schauspiellegende Terence Hill : Sein Name ist Somebody

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Terence Hill bei der Premiere von „Mein Name ist Somebody“ in Berlin: Ob er mit der Hommage an Bud Spencer bei eingeschworenen Fans punkten kann? Bild: EPA

Terence Hill hat sich in den Siebzigern und Achtzigern mit Bud Spencer durch etliche Filme geprügelt. Und heute? Wird er noch immer wie ein Volksheld verehrt. Bei seinem Deutschland-Besuch fliegen ihm die Herzen nur so zu.

          Katrin Göring-Eckardt kann nicht mehr. Sie wirkt nervös, schüchtern, verliebt, als sie zu dem 79-jährigen Mann mit den stahlblauen Augen schaut, der breitbeinig neben ihr sitzt. „Mehr muss im Leben jetzt kaum noch passieren“, sagt sie. Markus Lanz, in dessen Talkshow sie am Mittwoch zu Gast ist, spricht das Publikum an: „Schauen Sie mal, wie sie ihn anhimmelt.“ Der Mann, der Göring-Eckardt in ein Groupie zu verwandeln scheint, ist der italienische Schauspieler Mario Girotti. Besser bekannt als Terence Hill. Er tourt gerade durch Deutschland, um seinen neuen Film zu bewerben. Als Lanz dann Hill vorstellt, gibt es 21 Sekunden lang Applaus. Eine halbe Ewigkeit für einen Talkshow-Auftritt.

          Am Tag zuvor empfängt Terence Hill die Hauptstadtpresse im Hotel Adlon Kempinski. Roundtable-Interview, 14 Journalisten, eine halbe Stunde Zeit. Kurz bevor es losgeht, gibt es einen Fototermin. Die meisten machen Selfies mit Hill. Er spricht Deutsch. Seine Mutter kam aus Dresden. Von 1943 bis 1945 hat Hill in Lommatzsch gelebt, einer Kleinstadt im Kreis Meißen. Beim Interview ist man sich unsicher, ob man Hill siezt oder duzt. Dass er Deutsch redet, dass man ihm helfen kann, wenn er das richtige Wort sucht, macht ihn nahbar. Es ist ein bisschen so, als ob hier ein alter Freund sitzen würde, den man lange nicht mehr gesehen hat.

          Die Begeisterung versiegt auch nach 37.000 Fotos nicht

          Terence Hill wird 1939 in Venedig geboren. 1971 dreht er mit Bud Spencer (bürgerlich: Carlo Pedersoli) den Film „Vier Fäuste für ein Halleluja“. Statt ihre Widersacher zu erschießen, prügeln sich Hill und Spencer mit ihnen. Slapstick statt Blut. In Deutschland lockt der Film über 12 Millionen Zuschauer in die Kinos. Er macht das Duo weltberühmt. 1994, nach zahlreichen weiteren Erfolgen, sind sie zum letzten Mal gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Jetzt hat Hill zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder einen Kinofilm gedreht. In „Mein Name ist Somebody“ spielt er die Hauptrolle, er hat das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Den Film widmet er Spencer, der 2016 gestorben ist.

          Wer verstehen will, warum Terence Hill in Deutschland eine Legende ist und wie ein Volksheld verehrt wird, der kann sich mit den Zwillingen Eric und Dennis Heyse unterhalten, die schon über 37.000 Fotos von ihm gemacht haben. Und mit ihrem Freund Jorgo Papasoglou, der in Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filmen sogar den Papageien ihre deutschen Synchronstimmen zuordnen kann.

          Einen Tag vor der Deutschland-Premiere von „Mein Name ist Somebody“ in Dresden sitzen die Heyse-Zwillinge und Jorgo an einem Bierstand am Elbufer und trinken Pils aus Plastikbechern. 32 Grad Celsius. Stadtfest in Dresden. Über eine halbe Million Besucher. Aus übersteuerten Boxen dröhnt ein Eurodance-Remix von ATCs „All Around The World“. Ein Junggesellenabschied schwankt auf die Nordhäuser Bar zu. Doppelkorn und das Gefühl, dass heute mehr geht als in den anderen 364 Nächten im Jahr. Aber Jorgo und die Heyse-Zwillinge scheinen von alldem kaum etwas mitzubekommen. Nach wenigen Minuten mit ihnen gibt es auf der Welt nur noch Bud Spencer und Terence Hill.

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