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Tempolimits wegen Hitze : Blow Ups behindern den Verkehr

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Besonders für Motorradfahrer gefährlich: Aufgesprengte Straßen, sogenannte Blow Ups Bild: dpa

Auf mehreren Autobahnen wurde ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern verhängt, Teile von A6 und A7 sind gar gesperrt. Der Grund: Die anhaltende Hitze führt zu aufgebrochenen Straßen.

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          Für Pkw- und Motorradfahrer sind sie eine tödliche Gefahr: die sogenannten Blow Ups. Das sind Blasen auf der Straße, die innerhalb weniger Tage durch anhaltende Hitze entstehen können – und die Straße aufsprengen.

          In Baden-Württemberg sind aufgrund solcher Blow Ups bereits Teile der A6 abgesperrt, in Hessen wurde die linke Spur der A7 von Bad Hersfeld nach Fulda gesperrt. Wenn die Höchsttemperaturen über mehrere Tage hinweg bei über 30 Grad liegen, können bei älteren Betonautobahnen Blasen entstehen, wie eine Sprecherin des ADAC im Gespräch mit FAZ.NET erklärte. Die Aufbrüche können sehr schnell entstehen und sich zu einer akuten Bedrohung entwickeln, besonders für Motorradfahrer.

          Allerdings seien von dem Phänomen nur solche Autobahnen betroffen, die aus Betonplatten zusammengesetzt sind, so die ADAC-Sprecherin. In Deutschland seien etwa 30 Prozent der Autobahnen mit Beton gebaut – und davon seien es auch nur die älteren Straßen, die von Blow Ups heimgesucht würden. Als Gegenmaßnahme seien auf der A92 und der A93 in Bayern sogenannte Dehnungsfugen eingesetzt worden – Teile der Betonautobahnen wurden herausgenommen und durch Asphalt ersetzt. Dadurch könne sich der Beton, wenn er sich ausdehnt, nicht mehr wölben. Der Asphalt gebe nach und die Dehnung des Betons habe dadurch mehr Platz nach unten.

          In Südeuropa gibt es seltener Blow Ups

          In südeuropäischen Ländern, deren Straßen einer so großen Hitze häufiger ausgesetzt sind, besteht des Problem der Blow Ups weniger oft. Dies liege zum einen daran, dass dort weniger mit Beton gearbeitet werde, erklärte die Sprecherin. Zum anderen sei für den Beton wichtig, bei welcher Temperatur er eingebaut werde. Wenn die Temperatur beim Einbauen des Betons generell höher sei, wie es in südlicheren Ländern häufig der Fall sei, dann gebe es im weiteren Verlauf keine so große Temperaturschwankung. Dadurch seien die Autobahnen Südeuropas generell seltener von Blow Ups betroffen.

          Wegen der extremen Hitze gilt als weitere Vorsichtsmaßnahme seit Dienstag ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern auf Teilabschnitten der Autobahnen A5, A6 und A7. Das Tempolimit soll wieder aufgehoben werden, sobald die Tageshöchsttemperaturen unter 30 Grad sinken.

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