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Werbung für die Demokraten : Taylor Swift äußert sich erstmals politisch

Taylor Swift bei den Billboard Music Awards im Mai Bild: AFP

Auf Instagram positioniert sich Taylor Swift klar gegen eine republikanische Senatskandidatin. Bislang hatte die Sängerin über ihre politische Einstellung geschwiegen – und sich so auch von Rechten vereinnahmen lassen.

          Die amerikanische Sängerin Taylor Swift will bei den anstehenden Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten die demokratischen Kandidaten des Bundesstaats Tennessee wählen. Das verkündete die amerikanische Sängerin am Sonntagabend (Ortszeit) auf Instagram. Dabei kritisierte sie auch die Republikanerin Marsha Blackburn, die in Tennessee für einen Sitz im Senat kandidiert.

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Swifts politisches Outing kommt überraschend. In den vergangenen Jahren hielt sich die Sängerin meist zurück, wenn es um ihre persönliche politische Ansicht ging. Dabei ist es in den Vereinigten Staaten nicht ungewöhnlich, dass Prominente eine politische Partei und deren Kandidaten öffentlich unterstützen. Beyoncé sprach sich 2016 für die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton aus, Kanye West für Donald Trump. Eminem erklärte 2017 gar, er könne getrost auf Trump-Unterstützer unter seinen Fans verzichten. Swift hingegen postete zwar Fotos von sich vor der Wahlkabine, verriet aber nie, wen sie gewählt hatte.

          Ihre Fans legten ihr Schweigen deshalb gerne so aus, wie es ihnen passte, und Swift dementierte nie. So wollten bei der Präsidentschaftswahl 2016 einige aus Swifts Sweatshirt ablesen, dass diese Hillary Clinton gewählt habe – das Shirt mit ausgeschnittenen Schultern sei nämlich eine Hommage an ein Kleid Clintons. Indes bewarb das rechte Portal „Breitbart“ seine Artikel mit Zeilen aus Swifts Liedern und die rassistische Alt-Right-Bewegung machte die 28 Jahre alte Sängerin zu ihrer Ikone. Auf dem rechtsextremen Blog „The Daily Stormer“ wurde die blonde Sängerin zur „arischen Göttin“ erhoben, die „heimlich ein Nazi“ sei und nur darauf warte, sich unter Donald Trump endlich zu offenbaren.

          Knapp zwei Jahre nach Trumps Wahlsieg hat sich Swift nun tatsächlich offenbart, wenn auch nicht im Sinne der Rechten. „In der Vergangenheit wollte ich meine politische Meinung nicht öffentlich äußern, aber aufgrund verschiedener Erlebnisse in meinem Leben und der Welt in den vergangenen zwei Jahren habe ich meine Meinung dazu geändert“, erklärt Swift auf Instagram.

          So habe sie ihre Wahlentscheidung stets davon abhängig gemacht, welcher Kandidat sich für die Menschenrechte einsetze, an die sie glaube. Dazu zählt Swift laut ihrem Post unter anderem die Rechte von Frauen und der LGBTQ-Gemeinde sowie den Kampf gegen Rassismus. Die Republikanerin Blackburn vertrete genau diese nicht. „Ich kann niemanden wählen, der nicht bereit ist, für die Würde aller Amerikaner zu kämpfen, egal welche Hautfarbe oder welches Geschlecht sie haben, oder wen sie lieben“, so Swift. Deshalb werde sie für den demokratischen Senatskandidaten Phil Bredesen sowie für den Demokraten Jim Cooper, der für das Repräsentantenhaus kandidiert, stimmen.

          Ihren Fans legte sie nahe, sich genau über die Kandidaten in ihrem Bundesstaat zu informieren. „Wir werden nie einen Kandidaten finden, mit dem wir in allen Themen zu 100 Prozent übereinstimmen“, schreibt sie. Dennoch sei es wichtig, wählen zu gehen.

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