https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/taktgeber-von-da-da-da-trio-trommler-peter-behrens-ist-tot-14228188.html

Taktgeber von „Da, da, da“ : „Trio“-Trommler Peter Behrens ist tot

  • Aktualisiert am

Trio-Schlagzeuger Peter Behrens, aufgenommen 2012 in der Musikkneipe Kling-Klang in Wilhelmshaven. Bild: dpa

Er stand einfach da: weißes Hemd, rote Hosenträger, regungslose Mimik – und trommelte. Über drei Jahrzehnte nach ihrem Welthit „Da, da, da“ ist „Trio“-Schlagzeuger Peter Behrens gestorben. Nach mehreren Tagen im Koma.

          2 Min.

          Peter Behrens, Schlagzeuger der während der Neuen Deutschen Welle erfolgreichen Band „Trio„, ist tot. Behrens starb am Mittwoch im Alter von 68 Jahren in einem Krankenhaus in Wilhelmshaven an multiplem Organversagen, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf seine Tochter berichtete. Auch der letzte musikalische Kompagnon von Behrens, Ecki Schrader, bestätigte auf der Facebook-Seite des Duos Peter Behrens feat. Ecki S. den Tod des Musikers.

          Peter Behrens lag seit ein paar Tagen im künstlichen Koma. Medienberichten zufolge hatte er eine Lungenentzüdung und ein Nierenversagen erlitten. Bereits seit längerem hatte der durch jahrelangen Alkohol- und Drogenmissbrauch gezeichnete Behrens gesundheitliche Probleme. So erlitt er nach eigenen Worten im vergangenen Jahr drei Schlaganfälle.

          Behrens hatte nach dem Ende von „Trio“ 1986 mehrere erfolglose Versuche einer Solo-Karriere gestartet. Als Folge seiner Alkohol- und Drogenabhängigkeit verlor er sein mit Trio verdientes Millionenvermögen. Er machte wiederholt durch seine Eskapaden Schlagzeilen und galt zuletzt vor allem als ein Beispiel für einen gescheiterten Star, der von Sozialhilfe leben musste.

          Mit Ecki Schrader tourte er in letzter Zeit immer mal wieder durch Clubs in Norddeutschland und spielte dabei „Trio“-Lieder. Auch der noch Jahre nach der Auflösung von Trio existierenden Fangemeinde der ursprünglich aus Großenkneten stammenden Band hielt Behrens die Treue. So kam er als einziges „Trio“-Mitglied wiederholt zu den Fantreffen in Großenkneten, den sogenannten Triologentreffen, und spielte dort immer wieder am Schlagzeug.

          Während der Neuen Deutschen Welle sorgte Behrens vor allem durch die „Trio“-Auftritte in der ZDF-“Hitparade“ von Dieter Thomas Heck für Aufsehen. Der ausgebildete Clown trat stets im weißen T-Shirt mit roten Hosenträgern auf und verzog während der Auftritte keine Miene.

          Trio hatte 1982 mit „Da, da, da“ einen Welthit. Das Lied schaffte es in Deutschland zwar hinter Nicoles „Ein bisschen Frieden“ nur bis auf Platz zwei der Charts, weltweit verkaufte es sich aber etwa 13 Millionen Mal und stand in Ländern wie Brasilien oder Kanada lange vorne in den Charts. Trio bekamen mit dem Hit auch als erste deutsche Band einen Auftritt in der britischen BBC-Sendung „Top of the Pops“.

          Bis heute wird das Lied in Coverversionen immer wieder zu Werbezwecken eingesetzt, etwa von Pepsi während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in einer außer in Deutschland weltweit laufenden Kampagne oder auch wiederholt von Autoherstellern. So warb Volkswagen zweimal mit dem Lied in den Vereinigten Staaten.

          Weitere Hits von Trio waren „Anna - Lassmichrein Lassmichraus“ oder „Bum Bum“. Nach einem Streit um die weitere musikalische Ausrichtung löste sich die durch ihren Minimalismus bekannt gewordene Band 1986 auf.

          Von den drei Musikern lebt jetzt nur noch Sänger Stephan Remmler. Remmler war das einzige Trio-Mitglied, das eine erfolgreiche Solo-Karriere starten konnte. Gitarrist Gert „Kralle“ Krawinkel war 2014 an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben.

          Weitere Themen

          Die Kunst des Falconizings

          Pop-Anthologie (148) : Die Kunst des Falconizings

          Mit „The Sound of Musik“ wollte Falco sich neu erfinden, weg von den alten Klischees. Der Song erschafft ein neues, faszinierendes Sounduniversum, doch in die Zukunft wies er für Johann Hölzel nicht.

          Topmeldungen

          Johannes Kahrs am 21. November 2019 im Deutschen Bundestag.

          Der Fall Johannes Kahrs : Viele Fragen um ein Schließfach voller Geld

          Nächste Woche soll Bundeskanzler Olaf Scholz abermals vor dem Hamburger Cum-ex-Ausschuss auftreten. Davor erregen nun einige neue Details über Bargeldfunde und private Chats Aufmerksamkeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.