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Verweigerte Homosexuellen-Ehe : Supreme Court lehnt Antrag von früherer Standesbeamtin ab

  • -Aktualisiert am

Kim Davis kam in Kentucky kurzzeitig ins Gefängnis, weil sie sich weigerte, Homosexuellen eine Heiratslizenz auszustellen. Bild: Reuters

Die frühere Standesbeamtin Kim Davis hatte sich Wochen nach der Legalisierung der Ehe für Homosexuelle geweigert, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen – und wurde daraufhin verklagt. Der Supreme Court lehnt ihren Antrag auf Berufung nun ab.

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          Fünf Jahre nach ihrer Weigerung, homosexuellen Paaren Heiratslizenzen auszustellen, hat eine frühere Standesbeamtin aus Kentucky vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten eine Niederlage erlitten. Der Supreme Court lehnte am Montag den Berufungsantrag von Kim Davis ab, die von mehreren gleichgeschlechtlichen Paaren auf Schadenersatz verklagt worden war. Die streng religiöse Amerikanerin hatte sich mit dem Argument, als Verwaltungsbeamtin nicht für berufliche Entscheidungen zur Rechenschaft gezogen werden zu können, gegen die Klagen gewehrt.

          Davis befeuerte im Jahr 2015 die Debatte über die Homosexuellen-Ehe in Amerika, als sie gleichgeschlechtlichen Paaren die Heiratslizenz versagte, obwohl der Oberste Gerichtshof die „Gay marriage“ einige Wochen zuvor legalisiert hatte. Die in vierter Ehe verheiratete Standesbeamtin berief sich auf die durch die Verfassung garantierte Religionsfreiheit.

          Ihr Glaube, so die Anhängerin der Apostolischen Kirche, verbiete die Eheschließung zwischen zwei Männern oder zwei Frauen. Ein Gericht im Bezirk Rowan schickte die 55 Jahre alte Republikanerin damals in Beugehaft. Einige Monate nach dem Eklat verabschiedete der Bundesstaat Kentucky ein Gesetz, das nicht länger die Unterschrift des Standesbeamten auf der Heiratslizenz verlangte.

          Obwohl sich der Supreme Court am Montag gegen die Zulassung von Davis‘ Berufung aussprach, stießen die konservativen Richter Clarence Thomas und Samuel Alito mit ihrem Kommentar zu der Entscheidung abermals eine Debatte über das Verhältnis von Homosexuellen-Ehe und Religionsfreiheit an. Die Legalisierung der sogenannten Homo-Ehe lasse Amerikaner mit religiösen Einwänden „im Regen stehen“. „Davis war vielleicht eines der ersten Opfer des hochmütigen Umgangs dieses Gerichts mit Religion. Aber sie wird nicht das letzte Opfer sein“, schrieb Thomas, der im Jahr 1991 von Präsident George H. W. Bush für den Obersten Gerichtshof nominiert wurde.

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