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Gemeinnützige Organisationen : Immer weniger Deutsche spenden

Wie viel haben Sie dieses Jahr gespendet? Die Deutschen spenden größere Summen als zuvor, aber weniger Menschen sind zum Spenden bereit. Bild: dpa

Die Zahl der Spender sinkt kontinuierlich: Waren es 2005 noch mehr als 30 Millionen, haben bis September nur 15,7 Millionen Deutsche an gemeinnützige Organisationen gespendet. Auch beim Klimaschutz waren die Spenden rückläufig.

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          Immer weniger Deutsche spenden Geld an gemeinnützige Organisationen und Kirchen. Von Januar bis September haben laut einer repräsentativen Befragung des Deutschen Spendenrats 15,7 Millionen Deutsche Geld gespendet, 800.000 Menschen weniger als im Vorjahreszeitraum. 2005 waren es noch mehr als 30 Millionen.

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Dennoch ist das Spendenvolumen insgesamt nur um 1,3 Prozent gesunken und erreicht mit knapp 3,3 Milliarden Euro sogar den dritthöchsten Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2005. Für das gesamte Jahr rechnet der Deutsche Spendenverband deshalb damit, dass das Aufkommen mit deutlich über fünf Milliarden Euro nur leicht unter dem Vorjahr liegen wird.

          Denn diejenigen, die nach wie vor Geld geben, spenden großzügiger: Knapp sechs Mal im Jahr öffnen sie ihren Geldbeutel und geben dabei im Durchschnitt 35 Euro – beide Zahlen sind im Vergleich zu den anderen Jahren Höchstwerte.

          Spenden zum Klimaschutz sind rückläufig

          Woran die sinkende Spendenbereitschaft liegt, sei schwer zu benennen, sagt Max Mälzer, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats. „An wirtschaftlichen Gründen liegt es wahrscheinlich nicht.“ Die Studie lege aber unter anderem „Mentalitätsgründe“ nahe: So stieg in fast allen Altersgruppen die Zustimmung zu der Aussage: „Hilfe für die Ärmsten ist Sache des Staates“.

          Drei Viertel der Summe spendeten die Deutschen in diesem Jahr für Not- und Katastrophenhilfe. Während im Vergleich zum Vorjahr mehr Geld an Kultur- und Denkmalpflege sowie Sportvereine floss, waren die Spenden für die Flüchtlingshilfe rückläufig. Waren diese 2016 mit 339 Millionen Euro auf einem Höchststand, beliefen sie sich bis September dieses Jahres auf 188 Millionen Euro.

          Ebenfalls Rückläufe verzeichnen der Tierschutz sowie Organisationen, die sich für Umwelt- und Naturschutz einsetzen – trotz der erfolgreichen Klimabewegung „Fridays For Future“, die erst am vergangenen Freitag Hunderttausende zu einer globalen Protestaktion auf den Straßen versammeln konnte. Woran das liegt, soll laut Mälzer in einer Sondererhebung analysiert werden.

          Worauf man beim Spenden achten sollte

          Hilfsorganisationen müssten sich vor allem überlegen, wie sie künftig jüngere Menschen ansprechen. Denn ein Großteil der Spenden kommt aus der Altersgruppe der über Siebzigjährigen, während bei Menschen unter 39 der größte Rückgang zu verzeichnen ist. „Kampagnen auch in den sozialen Netzwerken bieten da eine große Chance“, sagt Mälzer. Noch werde dort in nicht mal 0,5 Prozent der Fälle der Anstoß für eine Spende gegeben.

          „Gefühlt gibt es in sozialen Netzwerken bereits viele Aufrufe. Dabei handelt es sich aber teilweise um Privatpersonen, die Spenden sammeln, und nicht um klassische gemeinnützige Organisationen.“ Pauschal zu bewerten, wie vertrauenswürdig solche Aufrufe sind, sei schwierig, so Mälzer.

          Unsichere Spender sollten auf Gütesiegel achten, die unter anderem vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen und vom Deutschen Spendenrat vergeben werden und die Transparenz und Seriosität der Hilfswerke belegen. Zweckgebundene und Sachspenden sollten die Ausnahme bleiben, da sie einen höheren Aufwand bei den Organisationen erforderten. Außerdem sollte man sich beim Spenden nicht unter Druck setzen lassen.

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