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Studie zum Sicherheitsgefühl : Rowdys sind die anderen

96 Prozent der Autofahrer gaben an, besonders rücksichtsvoll zu sein, wenn sie Radfahrer überholten. Bild: dpa

Das Sicherheitsgefühl deutscher Verkehrsteilnehmer wächst – durch die Ausgangsbeschränkung fühlten sich die Menschen sicherer als zuvor. Sie schätzen ihr Fahrverhalten jedoch rücksichtsvoller ein, als andere Teilnehmer das beurteilen.

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          Deutsche Verkehrsteilnehmer haben sich während der Ausgangsbeschränkungen im Verkehr sicherer gefühlt als davor. In einer repräsentativen Studie der Unfallforschung der Versicherer gaben Mitte dieses Jahres mehr Menschen an, sich sehr sicher oder sicherer zu fühlen als Ende vergangenen Jahres. Der Unterschied betrug vier Prozentpunkte, insgesamt fühlten sich 58 Prozent der Befragten mindestens sicher. Die Werte lagen in etwa auf dem Niveau von vor zehn Jahren, vor vier Jahren war das Sicherheitsgefühl schon einmal um sieben Prozentpunkte besser. Während in älteren Befragungen die Ergebnisse nach Altersstufen stark schwankten, zeichnet sich eine Tendenz ab, dass sich ältere Verkehrsteilnehmer sicherer fühlen als jüngere.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Das könnte auch mit dem bevorzugten Verkehrsmittel und der Wahrnehmung des eigenen Fahrens zu tun haben. 96 Prozent der Autofahrer gaben an, besonders rücksichtsvoll zu sein, wenn sie Radfahrer überholten. Die Unfallforscher bewerteten das als eine Folge sozial erwünschter Antworten. Denn bei anderen Fahrern beobachteten 93 Prozent der Teilnehmer, dass sie zu eng überholten. Eine Wahrnehmung kann also nicht stimmen. Männer fühlen sich ein gutes Stück sicherer, die Antworten „sicher“ und „sehr sicher“ waren um zehn Prozentpunkte häufiger als bei Frauen. Als am problematischsten werteten die Befragten einen zu geringen Sicherheitsabstand, den 88 Prozent sehr häufig erlebt haben.

          Auch zu schnelles Fahren und das Schreiben von Handy-Nachrichten während der Fahrt kamen auf einen so hohen Wert. Direkt danach folgten aggressives Verhalten im Verkehr und Fahren unter Alkoholeinfluss. 93 Prozent gaben an, nie mit Alkohol zu fahren. Dazu passt, dass sich drei Viertel der Teilnehmer für eine Promillegrenze von null Prozent aussprachen. 69 Prozent verlangten Sehtests alle 15 Jahre. Immerhin jeweils die Hälfte votierte für ein Tempolimit von 130 Kilometern in der Stunde auf Autobahnen und von 80 auf Landstraßen.

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