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Steuerhinterziehung : Oktoberfestwirt hinterzieht Champagner

  • -Aktualisiert am

Kein Wiesnwirt mehr: Sepp Krätz. Bild: dpa

Der Münchner Wirt Sepp Krätz hat Champagner im Wert von 1,1 Millionen Euro nicht versteuert. Jetzt verliert er seine Konzession. Das Hippodrom, Promi-Zelt auf dem Oktoberfest, braucht einen neuen Wirt.

          Das Hippodrom, Promi-Zelte auf dem Oktoberfest, bekommt einen neuen Wirt. Aber nicht freiwillig - Wirt Sepp Krätz verliert seine Konzession. „Wir sind der Auffassung, dass er als Wirt nicht mehr zuverlässig ist“, sagte Dieter Reiter, Münchner Wirtschaftsreferent und Bürgermeisterkandidat.

          Krätz hatte auf dem Oktoberfest und in seiner Gaststätte „Andechser am Dom“ Champagner ausgeschenkt, ohne ihn zu versteuern. Am Gefängnis kommt er zwar vorbei, als Wirt darf er aber fürs Erste nicht mehr arbeiten. Damit hat München seinen nächsten prominenten Steuersünder. Das Münchner Landgericht verurteilte den Gastronom zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten und einer Geldstrafe in Höhe von 570.000 Euro. Diese muss er in 300 Tagessätzen zu 1900 Euro bezahlen.

          Das Hippodrom braucht einen neuen Wirt.

          Das Urteil blieb unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die hatte eine zweijährige Bewährungsstrafe und 1,26 Millionen Euro Geldstrafe gefordert. Richterin Jutta Zeilinger begründete es mit dem umfassenden Geständnis und damit, dass Krätz seine Steuerschulden bereits beglichen hat. Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht.

          Fest steht aber, dass Krätz weder das Oktoberfest, noch das Frühlingsfest, das bereits in einem Monat beginnt, persönlich betreten darf. Auch die Zulassung für den „Andechser am Dom“ wird ihm entzogen

          Der Gastronom verliert nach dem Urteil aber seine Zulassung zum diesjährigen Oktoberfest, wie der SPD-Oberbürgermeisterkandidat und Wirtschaftsreferent, Dieter Reiter, ankündigte. Für das Lokal „Andechser am Dom“ entzieht ihm das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nach eigenen Angaben ebenfalls die Konzession. Über seine Nachfolge als Wirt im Hippodrom wird am 28. April entschieden. Dann ist das Frühlingsfest vorbei. Dabei kann sich Sepp Krätz schon einmal daran gewöhnen, die Theresienwiese nicht mehr betreten zu dürfen.

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