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Interview mit Mark Hamill : „Dieser Beruf bricht dir das Herz“

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Natürlich nicht. Aber wenn es sich jemand partout nicht ausreden lässt, sind die Chancen, als Schauspieler zu überleben, zumindest etwas größer. Und es war mir dann auch egal, ob ich es schaffe. Ich dachte, wenn es mit der Schauspielerei nichts wird, kann ich immer noch Set-Caterer werden. Dann bin ich nicht in der Show, aber wenigstens nah dran. Und ich wäre selbst als Ticketverkäufer glücklicher als in einem Büro.

Ist diese unwiderstehliche Leidenschaft für das Showgeschäft die „Macht“ in Ihrem Leben?

Die „Macht“ in meinem Leben war diese wilde Entschlossenheit, die mich dazu motiviert hat, die Sache durchzuziehen, um jeden Preis. Auf der Schauspielschule haben sie alles getan, um mich zu dekonstruieren. Man hat mich nicht auf die Bühne gelassen und mich stattdessen mit langweiligem Unterricht über die Geschichte des griechischen Theaters gequält. Aber egal, welchen Brocken sie mir in den Weg gesetzt haben, ich wollte ihn überwinden. Und ich musste auf der Schule bleiben, weil ich nicht nach Vietnam wollte. Und dann war da auch noch die Liebe. Ich hatte das unglaubliche Glück, meine Frau zu finden.

Vorher hatten Sie kein Glück in der Liebe?

Vorher lebte ich mit einer Frau zusammen, die in einer Seifenoper meine Schwester spielte. Und sie war genauso verrückt wie ich. Zwei Schauspieler in einer Beziehung, das ist der reinste Zündstoff. Das konnte nicht gutgehen. Als ich meine zukünftige Frau traf, war sie Dentalhygienikerin und wunderbar geerdet. Sie konnte mir die Sicherheit geben, die ich in meinem Privatleben brauche. Wenn ich genau darüber nachdenke, ist sie die eigentliche „Macht“ in meinem Leben. Denn mit ihr an meiner Seite kann ich den größten Mist ertragen. Selbst wenn man mir den blödesten Job anbietet, eine Rolle in einem beschissenen Horrorvideo oder etwas in der Art. Mit ihr stehe ich das durch. Ich habe Filme gemacht, die eigentlich ein Zeichen sein sollten. Wenn du später nicht die geringste Lust verspürst, den Film zu sehen, in dem du mitgespielt hast, dann läuft etwas verdammt falsch.

Warum haben Sie die Filme gemacht?

Weil ich das Geld brauchte. Ich habe ein paar Filme nur wegen des Honorars gemacht. Und ich dachte, die werden schon irgendwie in Vergessenheit geraten. Da konnte ich ja noch nicht ahnen, dass sich das Internet in diese Richtung entwickeln würde. Heute findest du alles online.

Ist es nicht etwas surreal, Luke Skywalker nach vierzig Jahren noch einmal zu spielen?

Es ist eigenartig, eine unerwartete Überraschung. Aber irgendwie ergibt es in der Logik von „Star Wars“ auch Sinn. Ich habe auch gar nicht lange gepokert, als man mich gefragt hat. Ich habe sofort zugesagt. Wahrscheinlich war das ein Fehler. Ich hätte mit gespieltem Zögern meine Gage hochtreiben sollen. Aber ich war einfach zu enthusiastisch. Was für ein großartiges Ensemble! Ich dachte: Wie haben die Benicio del Toro bekommen? Der ist Oscar-Preisträger, warum macht der „Star Wars“?

Sir Alec Guinness war auch Oscar-Preisträger.

Stimmt. Und ich habe ihn damals auch gefragt, warum er Obi-Wan Kenobi spielen wollte. Er antworte: Ich wollte immer einen Zauberer in einem Märchen für junge Leute spielen.

Ihre Kollegin Carrie Fisher ist kurz nach den Dreharbeiten gestorben.

Es ist schrecklich. Denn wir kannten uns wirklich gut und waren Freunde. Wir haben uns vertraut. Und der Film bekommt dadurch eine Art Melancholie, die er nicht verdient. Es klingt egoistisch, aber ich bin deswegen wütend auf sie. Denn ihr Timing war eigentlich immer perfekt, bis auf dieses eine Mal. Sie sollte jetzt immer noch hier sein.

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