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Interview mit Mark Hamill : „Dieser Beruf bricht dir das Herz“

  • -Aktualisiert am

Nachdem ich „A Hard Day’s Night“ gesehen hatte, war ich ein großer Fan der Beatles. Ich war bestimmt genauso verrückt nach ihnen wie all die Mädchen. Ich wollte alles über sie wissen: womit sie ihre Zeit verbringen, wo sie leben, was sie essen. Und als ich selbst berühmt war, konnte ich mich auf gewisse Weise mit ihnen identifizieren. George Harrison wurde einmal gefragt: Wie war es, ein Beatle zu sein? Und seine Gegenfrage lautete: Wie war es, kein Beatle zu sein? Das sagt alles, denn das war ja das einzige Leben, das er kannte. So ging es mir doch auch. Das Leben wird von außen betrachtet seltsam, aber es war meine Realität. Wenn ich am Broadway gespielt habe, standen am Ausgang nicht Zuschauer, die das Stück gesehen hatten, sondern Menschen mit „Star Wars“-Devotionalien, die ich signieren sollte. „Wie hat Ihnen das Stück gefallen?“ – „Welches Stück? Signieren Sie doch bitte mein Laserschwert.“

Wann kam die Zeit, in der Sie nicht mehr nur Luke Skywalker sein wollten?

Das Positive mit den manchmal frustrierenden Nebenaspekten war als Gesamtpaket in Ordnung. Wie mein Ego damit klarkommt, dass ich nur wegen dieser einen Rolle in Erinnerung bleiben werde? Wissen Sie, ich habe nicht damit gerechnet, dass man sich an mich überhaupt jemals wegen irgendetwas erinnert. Wenn die Leute also trotzdem noch meinen Namen kennen, aus welchem Grund auch immer, ist das doch mehr, als ich hoffen konnte. Und ich bin lieber wegen einer Rolle populär, die positiv besetzt ist. Stellen Sie sich vor, ich wäre als Adolf Hitler bekannt geworden oder als Charles Manson. Das wäre ein echtes Drama gewesen. Luke repräsentiert für viele Menschen Hoffnung. Und das war damals wie heute eine gute Sache.

Waren Sie der Held, den das Amerika der Post-Vietnam-Ära brauchte?

Wir lebten in einer Zeit moralischer Doppeldeutigkeit. Im Kino sah man Geschichten wie die eines Kriegsveteranen, der desillusioniert aus Vietnam zurückkehrt, dessen Frau vergewaltigt wird und der dann auf einen großen Rachefeldzug geht. Das war all dieser

„Rambo“-Nonsens. Das spiegelte die amerikanische Psyche. Bei uns herrschten, wie in einem Märchen, klare Verhältnisse. Der Gute war sogar weiß gekleidet und der Böse schwarz. Eigentlich war unsere Geschichte so kitschig, dass man sie in diesem schillernden Science-Fiction-Universum verorten musste, um sie überhaupt erzählen zu können.

Sie haben anschließend sämtliche Rollen, die Skywalker ähnlich waren, abgelehnt. Bereuen Sie das heute?

Nein, das war für mich ein logischer Schritt. Leider habe ich nur die Rollen, die ich spielen wollte, nicht bekommen.

Luke, Leah und Solo: Mark Hamill an der Seite seiner Kollegen Carrie Fisher und Harrison Ford

Welche waren das?

Ich hätte wahnsinnig gern Mozart in Miloš Formans „Amadeus“ gespielt. Ich hatte die Rolle doch bereits am Broadway gespielt und dachte, ich hätte gute Chancen. Irgendwann war klar, dass Forman mich nicht wollte. Ich habe ihn dann direkt darauf angesprochen. Und er antwortete mit seinem wunderbaren tschechischen Akzent: Weil niemand glauben würde, dass Luke Skywalker Mozart ist. Diese Rolle hat meine ganze Karriere dominiert. Aber glauben Sie mir, es gibt Schlimmeres.

Wie haben Sie sich damit arrangiert?

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