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Im Gespräch mit Daisy Ridley : „Ich bin in diese Sache hineingestolpert“

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Daisy Ridley ist 27 Jahre alt und eine der berühmtesten jungen Schauspielerinnen der Welt. Bekannt wurde sie als Rey, Protagonistin der neuen „Star Wars“-Trilogie. Bild: Reuters

Daisy Ridley war eine Unbekannte – bis sie als Heldin bei „Star Wars“ besetzt wurde. Hier spricht sie über ihre Unbedarftheit, Strategien für den roten Teppich und das nächste Kapitel ihres Lebens.

          7 Min.

          Vor fünf Jahren war Daisy Ridley noch ein vollkommen unbeschriebenes Blatt. In ihrem Lebenslauf standen ein abgebrochenes Studium, zwei Kellnerinnen-Jobs und erste kleine Fernsehauftritte. Heute ist die Londonerin 27 Jahre alt – und als Rey, Protagonistin der neuen „Star Wars“-Trilogie, eine der bekanntesten jungen Schauspielerinnen der Welt. Anlässlich des dritten und letzten Films „Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers“, der Donnerstag startet, treffen wir Ridley, die zuletzt etwa auch in „Ophelia“ zu sehen war und mit „Star Wars“-Regisseur J.J. Abrams schon die nächsten Projekte plant, im Montage Hotel in Beverly Hills. Sie ist blendend gelaunt, trägt hohe schwarze Stiefeletten-Pumps zum kurzen, aber langärmligen Blumenkleid von Isabel Marant.

          Ms Ridley, für Sie gehen mit „Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers“, die Dreharbeiten mitgezählt, ungefähr sechs Jahre im „Star Wars“-Universum zu Ende. Wie fühlt sich das an?

          So ganz kann ich es noch nicht glauben, zumindest nicht wirklich. Ich glaube, frühestens wenn der Film in den Kinos läuft und ich nach Weihnachten erst einmal frei habe, wird es bei mir langsam ankommen, dass dieses Kapitel für mich jetzt abgeschlossen ist. Und ich weiß natürlich, dass sechs Jahre nicht vergleichbar sind mit der Zeit, in der die Kinder in „Harry Potter“ erwachsen wurden, und auch nicht mit „Game of Thrones“. Aber auf jeden Fall war es schon eine irre Sache, den Großteil meiner Zwanziger damit verbracht zu haben. Das ist ja die Zeit, in der man entwicklungstechnisch irgendwie eh einen riesigen Sprung macht und unglaublich viel Lebenserfahrung dazugewinnt. Durch „Star Wars“ wurde das bei mir irgendwie noch überwältigender, größer und aufregender.

          Wie hat die Rolle der Rey Ihr Leben verändert?

          Ganz generell hat sie natürlich vor allem meine Karriere auf den Kopf gestellt. Wer weiß, ob ich irgendeine der Rollen, die ich in den letzten Jahren noch gespielt habe, ohne „Star Wars“ je bekommen hätte. Und man darf ja nicht vergessen: „Das Erwachen der Macht“ war meine erste wirkliche Spielfilm-Erfahrung. Gleich seinen Job-Einstand mit so einer Nummer zu machen, einer so durch und durch positiven Erfahrung, das ist schon ziemlich phantastisch. All die Leute, mit denen ich da zusammengearbeitet habe – und 75 Prozent von ihnen traf ich ja nun bei „Der Aufstieg Skywalkers“ wieder – haben mich mit so viel Respekt und Liebenswürdigkeit empfangen und behandelt, dass ich etwas anderes heute bei Dreharbeiten eigentlich gar nicht mehr hinnehmen kann.

          Wie war es für Sie, erstmals den Schluss der Trilogie zu lesen?

          Ich war auf jeden Fall sehr gerührt. Entsprechend ging es auch während der Dreharbeiten dieses Mal immer ein wenig emotionaler zu als sonst. Und das nicht nur bei mir. Ich erinnere mich noch an eine bestimmte Szene, an unserem letzten Drehtag in Jordanien in der Wüste. Eigentlich nichts Besonderes, und definitiv auch noch nicht der endgültige Abschluss oder so. Aber mich überwältigten die Emotionen, und es kullerten die Tränen. Und dann sah ich, dass es um mich herum dem halben Team so ging. Obwohl das fast alles Kerle waren, die ich noch nie hatte weinen sehen. Wenn wir da alle schon so angegriffen waren, möchte ich gar nicht wissen, wie es erst bei der Weltpremiere wird, wenn wir kurz vor Start alle zusammen auch den fertigen Film sehen werden.

          „Ich musste mir keinen einzigen Krankentag nehmen“: Ridley in Episode neun.

          Brachte dieser letzte Film jenseits der Abschiedsemotionen noch andere Herausforderungen mit sich?

          Die größte war schlicht Kondition und Durchhaltevermögen, denn die Dreharbeiten dauerten über sieben Monate. Davon stand ich an fast allen Tagen vor der Kamera – und musste mir dieses Mal keinen einzigen Krankentag nehmen (lacht)! Ich war richtig stolz, auch dass ich es sogar schaffte, nebenbei noch immer weiter zu trainieren, um für die Stunts fit zu sein. Ansonsten gab es zwar an meiner Figur Rey noch neue Seiten zu entdecken, was immer aufregend ist. Aber mit einem Regisseur wie J.J. Abrams an der Seite ist so etwas keine Herausforderung, die wirklich schwierig zu meistern wäre.

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