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Spitfire von 1943 : In einem Propellerflugzeug einmal um die Welt

  • -Aktualisiert am

Matt Jones (l) und Steve Brooks haben in der Spitfire die Welt umrundet. Bild: dpa

Vier Monate, 22 Länder, zwei Briten und ein 76 Jahre altes Spitfire-Jagdflugzeug. Nicht alles lief auf der spektakulären Reise von Steve Brooks und Matt Jones reibungslos.

          3 Min.

          Einmal im Leben mit einem alten Propellerflugzeug um die Welt fliegen? Für dieses Vorhaben gibt es besser geeignete Modelle als eine englische Spitfire. Aber genau das hat zwei britische Piloten gereizt. Sie sind nach vier Monaten Reisezeit und rund 50.000 zurückgelegten Kilometern in ihrem ehemaligen Jagdflugzeug am Donnerstag nun wieder gelandet, an ihrem Startort, dem Flugplatz Goodwood im südenglischen Ort Chichester. Noch am vergangenen Wochenende hatte die Crew kurz vor Vollendung ihrer Weltumrundung auch dreimal auf deutschen Flugplätzen aufgesetzt: in Friedrichshafen, Altenburg-Nobitz und Schönhagen bei Berlin.

          Steve Brooks und Matt Jones sind erfahrene Piloten. Den 1943 beim Hersteller Vickers-Supermarine gebauten Einsitzer flogen sie abwechselnd. 22 Länder in vier Kontinenten besuchten sie in den vergangenen vier Monaten, 74 Zwischenstopps absolvierten sie. Dabei erlebten sie eisige Temperaturen in Alaska oder Sibirien wie auch tropische Hitze in Thailand und Indien. Ein modernes Begleitflugzeug war immer zusammen mit dem Oldtimer unterwegs, an Bord waren dort der jeweils nicht fliegende Spitfire-Pilot, ein Mechaniker und diverse Ersatzteile. Der Schweizer Uhrenhersteller IWC sponserte den Trip.

          Mit dem ersten Flug einer Spitfire rund um die Welt sollten das legendäre Design und die einzigartige Technik der britischen Flugzeug-Ikone gewürdigt werden. Um den friedlichen Zweck ihres Vorhabens hervorzuheben, wurde das Flugzeug komplett demilitarisiert. Statt der einstigen Royal-Air-Force-Lackierung ist nur das blanke Metall hochglanzpoliert, um eine zivile Anmutung zu erreichen – daher auch die Bezeichnung „Silver Spitfire“. Der 76 Jahre alte Klassiker wird aber eigentlich von allen Beteiligten „Girty“ genannt, nach seinem britischen Kennzeichen G-IRTY.

          Kein Glück mit dem Wetter

          Nach dem Start in England führte die Weltreise über Grönland nach Kanada und in die Vereinigten Staaten. Über Alaska ging die Route weiter über die Beringstraße nach Sibirien, anschließend nach Japan. Über Südostasien, Indien und arabische Staaten kehrte die Spitfire Ende November zurück nach Europa – zuerst via Mittelmeer über Griechenland nordwärts, später durch ganz Italien. Über Österreich ging es am vergangenen Samstag über die Alpen und Richtung Bodensee. Zuletzt flogen die beiden Piloten von den Niederlanden aus am Donnerstag zurück nach Südengland auf den Start- und Zielflugplatz Goodwood.

          Wie es sich für so ein Abenteuer gehört, klappte nicht alles nach Plan. Vor allem das Wetter spielte oft nicht mit. Die betagte Spitfire ist weder allwettertauglich noch für Instrumentenflug ausgerüstet. So darf der Pilot nicht in Wolken geraten, sondern muss immer nach Sicht fliegen. Alleine in Alaska musste die Crew sieben Tage warten, bis die Bedingungen für den Flug nach Sibirien geeignet waren. Auch in Asien spielte das Wetter verrückt, in Japan wurden sie von einem Taifun ausgebremst. Flexibilität bei der Routenplanung war immer notwendig. Noch am letzten Tag der Reise verzögerte Nebel in den Niederlanden den geplanten Start.

          Die Weltumrundung war bis zuletzt nicht ohne Risiko, auch durch die langen Etappen über dem Meer. Das galt für Nordatlantik und Nordpazifik, aber auch für die Überquerung des Ärmelkanals kurz vor dem Ziel. Wäre hier das 1600 PS starke Triebwerk vom Typ Rolls-Royce Merlin ausgefallen, wäre die Konsequenz eine Notwasserung im eiskalten Meer gewesen. Die Crew des Begleitflugzeugs hätte zwar Hilfe rufen können, bis aber ein Rettungshubschrauber eingetroffen wäre, hätte es zu spät sein können.

          „Wir hatten phantastische Begegnungen“

          Ein weiteres Problem: Der V12 der Spitfire benötigt speziellen verbleiten Treibstoff, sogenanntes Avgas. Das ist – anders als das weltweit verfügbare Kerosin für Airliner – an vielen Flugplätzen nicht mehr zu bekommen. Deshalb musste die Route auch der möglichen Spritversorgung angepasst werden.

          Die Reise bescherte den Weltreisenden unvergessliche Eindrücke. „Als wir über den Suez-Kanal flogen und kurz darauf die Pyramiden von Gizeh unter der Spitfire auftauchten, war das ein unglaublicher Moment“, schilderte Matt Jones. Sein Pilotenkollege Steve Brooks sagte: „Wir hatten phantastische Begegnungen mit wunderbaren Menschen auf der gesamten Reise.“

          Im heimischen Goodwood wurden die Flieger und ihre Begleitcrew von Familien, Freunden und vielen Luftfahrt-Fans begeistert empfangen. Damit ist auch das zweite Ziel der Piloten nach der erfolgreichen erstmaligen Weltumrundung in einer Spitfire erreicht: Weihnachten zu Hause zu feiern.

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