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Spielerfrauen : From Paris with Love

Bild: Kat Menschik

Spielerfrau sein kann nicht jede. Die besten Tipps von unserer Autorin, die auch mal eine war - für drei Tage jedenfalls.

          6 Min.

          Liebe Spielerfrauen, hallo erst mal: Wie läuft es so? Sieben Tage EM sind vorbei. Bei den Jungs rollt die Sache. Und bei Euch? Heute schon euer erstes Foto auf Instagram gepostet? Ein angebissenes Croissant auf dem Frühstücksteller? Oder ein Selfie mit Eiffelturm im Hintergrund? Nein? Na, jetzt aber ran!

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Jetzt gilt es, meine Damen! Eure Männer sind alle vier Tage auf dem Platz und laufen sich die Hacken ab, ganz Deutschland sieht dabei zu. Klar, die Kameras sind auf Eure Männer gerichtet, sie verfolgen die Bälle, sie halten fest, wie Manuel Neuer vom Tor aus die Abwehr dirigiert, wir sehen die Schweißtropfen auf der Stirn von Mezut Özil und den kritischen Blick von Jogi Löw. Aber aufgepasst, ganz plötzlich sagt die Regie: „Schwenk auf die Tribüne!“ Und da sieht man euch, liebe Spielerfrauen. In Großaufnahme. Und wie fatal wäre es, wenn die Frisur nicht sitzt oder die Wimperntusche verlaufen ist. Oder wenn Ihr gerade gähnt oder auf eurem mit Swarovski-Steinen verzierten Smartphone WhatsApp checkt. Ihr müsst heute also alles geben, konzentriert Euch.

          Ich weiß, Ihr habt in den vergangenen Wochen schon ganz schön viel geackert, während die Jungs im Trainingslager von Ascona unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich hin kickten. Auf Instagram habt Ihr euch in Stellung gebracht. Mental seid Ihr fit, das merkt man. Körperlich auch. Die Haare sind schön und die Fingernägel lang. Aber bisher waren das Freundschaftsspiele in den sozialen Netzwerken, jetzt müsst Ihr es über die Vorrunde schaffen. Denn bei den Jungs geht's um Kicken - bei Euch ums Klicken.

          Die Konkurrenz im eigenen Lager ist groß: 23 Spieler, von denen nur drei offiziell Singles sind. 20 Ehefrauen und Freundinnen also, jung und gutaussehend, die sich bis 10. Juli in den Stadien tummeln. Am Ende kommt es aber nicht nur darauf an, wer am fotogensten jubelt, Ihr wisst, was wirklich zählt: die Zahl vor dem „k“. Daran bemisst sich Euer Wert, denn es ist die Zahl der Abonnenten auf Instagram – und das „k“ steht für tausend.

          Ganz fleißig auf Instagram: Ann-Kathrin Brömmel, hier mit Freund Mario Götze in Kitzbühel

          Nehmen wir Dich, Ann-Kathrin Brömmel. Du bist die Freundin von Mario Götze, und Millionen junger Frauen beneiden Dich darum. Du bist ein fleißiges Lieschen. Auf Instagram nennst Du Dich klugerweise Ann-Kathrin Vida, vermutlich, weil Brömmel so sexy klingt wie der Name einer Bäckereikette. Du warst mal mit Bill Kaulitz und Jimi Blue Ochsenknecht liiert. Du machst Werbung für Turnschuhe, Energydrinks und Flachbildschirme. Wir sehen Dich, wie Du für ein Werbeshooting ein Glas Sekt hoch hältst, wie Mario Dich in die Luft hebt und Du im nassen Bikini an einer Felswand stehst. Du singst sogar Lieder mit Titeln wie „This Is Me“ und hast pünktlich zum Start der EM ein Faultierweibchen in dem Kinofilm „Ice Age 5“ synchronisiert. Aber wenn Du auf Instagram den Namen Ana Ivanovic anklickst, siehst Du die bittere Wahrheit: 915k Abonnenten, 360.000 mehr als bei Dir! Und das, obwohl die Tennisspielerin kein einziges Foto von ihrem Boyfriend, dem Fußballspieler Bastian Schweinsteiger, gepostet hat.

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