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Spaniens Königin Sofía wird 70 : Für Obama, gegen Gay-Paraden

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In jener Nacht des 23. Februar 1981, als rechte Militärs die Madrider Cortes besetzten und Löcher in die Decke schossen, soll sie dem der Verfassung verpflichteten König den Rücken gestärkt haben. Sie tat das aus bitterer eigener Erfahrung. Denn ihr Bruder, König Konstantin von Griechenland, hatte im Jahr 1967, als in Athen die Militärs erfolgreich putschten, laviert und taktiert und sich nicht nur um die Sympathien seiner Landsleute, sondern auch um den Thron gebracht.

Ihr Onkel führte Salem

„Sofi“ und „Juanito“ sind beides Exilkinder. Sie musste einst mit ihren Eltern, König Paul und seiner Frau Friederike, vor den Truppen Hitlers und Mussolinis nach Ägypten und Südafrika flüchten. Erst 1946 konnte sie nach Griechenland zurückkehren. Juan Carlos verbrachte derweil seine Kinder- und Jugendjahre mit dem Vater in Rom und später bei Lissabon. Die beiden lernten sich im Schwabenland beim Grafen von Altshausen kennen. Die gelernte Krankenschwester, die fünf Jahre lang in Salem, wo ein Onkel das vornehme Internat führte, zur Schule ging – Sofía spricht seitdem gut und noch immer gern Deutsch –, heiratete den „Prinzen von Spanien“ am 14. Mai 1962. Um die Dinge für den Thronprätendenten zu erleichtern, trat sie von der griechisch-orthodoxen zur römisch-katholischen Kirche über. Drei Tage nach Francos Tod wurde Juan Carlos I. dann am 23. November 1975 zum König ausgerufen.

Die polyglotte Reisegefährtin des leutseligen Monarchen, dem die Frauen und der Wein allemal gefielen, hat ihn seitdem durch alle innerspanischen Turbulenzen und bei den meisten seiner Weltreisen als verständige Botschafterin ihres neuen Heimatlandes begleitet. Sie gebar ihm drei Kinder – die Töchter Elena und Cristina und den Thronfolger Felipe –, kümmerte sich um Kunst und Soziales und war bei jeder Naturkatastrophe und jedem Attentat (von Eta bis zu den Islamisten) als nationale Trösterin zur Hand. Ihr Ansehen bei den spanischen Landsleuten ist nicht geringer als das ihres Mannes.

Sie macht es Letizia nicht schwer

Seit Kronprinz Felipe, der ihr im Wesen ähnelt, erwachsen, verheiratet und Vater zweier Töchter ist, wuchs Sofía nicht nur noch stärker in die vielfache Großmutterrolle hinein. Sie war es vielmehr, die die bürgerliche, geschiedene Fernsehjournalistin Letizia Ortiz im Palast sogleich als Schwiegertochter aufnahm, als der König sich noch etwas reserviert zu verhalten schien. Und inzwischen ist sie wohl die wichtigste Ratgeberin und Freundin bei der Vorbereitung der künftigen Königin auf ihre Aufgaben und Rolle geworden.

„Es ist gut, dass das Königshaus sich öffnet“, sagte sie, wann immer aus dem spanischen Hochadel Zweifel an der Eignung der zur Prinzessin von Asturien arrivierten Frau ihres Sohnes geäußert wurden. Die erfahrene Amtsinhaberin, die, wie ihre Biographin verrät, „gerne barfuß läuft“ und weder auf Spanisch noch auf Deutsch, sondern „auf Englisch träumt“, macht es Letizia nicht schwer. Ihr Charakter und ihr Berufsverständnis – der König nennt sie „einen wahren Profi“ – sind nun einmal, wie sie selbst zu sagen pflegt: „Pflichterfüllung und Herzlichkeit“.

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