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Spanien : Königstochter der Geldwäsche beschuldigt

  • -Aktualisiert am

Vorgeladen: Spaniens Infantin Cristina (hier mit ihrem Mann Iñaki Urdangarin in Barcelona) Bild: REUTERS

Ermittler haben Spaniens Infantin, Cristina von Bourbon, wegen des Verdachts auf Steuerbetrug und Geldwäsche vorgeladen. Sie soll in die dunklen Geschäfte ihres Mannes verwickelt sein.

          Cristina von Bourbon, die jüngste Tochter des spanischen Königs Juan Carlos, ist jetzt wegen des Verdachts auf Steuerbetrug und Geldwäsche für den 8. März zu einer Aussage vor dem Ermittlungsrichter José Castro in Palma de Mallorca vorgeladen worden. Dabei soll unter anderem die Frage geklärt werden, in welchem Umfang sie in die dunklen Geschäfte ihres Mannes Iñaki Urdangarin verwickelt war.

          Die Vorladung für die Infantin, die seit einigen Monaten mit ihren Kindern in der Schweiz lebt, hat am Tag nach dem 76. Geburtstag des Monarchen in Spanien großes Aufsehen erregt. Die Entscheidung des Richters wurde entgegen den Empfehlungen der Staatsanwaltschaft getroffen, die bislang keine Indizien erkennen konnte, dass die Frau aktiv an den ihrem Mann vorgeworfenen Delikten beteiligt war.

          Urdangarin und sein Partner Diego Torres hatten eine angeblich gemeinnützige Stiftung dazu benutzt, von den Regierungen Valencias und der Balearen mehr als 5 Millionen Euro für fragwürdige Werbeveranstaltungen zu bekommen und mutmaßlich in die eigenen Taschen umzuleiten. Ihnen droht eine mehrjährige Haftstrafe. Ermittlungsrichter Castro hat während der letzten Monate die Bank- und Kreditkartenkonten der Infantin überprüft und war offenbar auf Zahlungen mit Geldern aus jener Stiftung gestoßen. Der Verwaltungschef des Königshauses Rafael Spottorno hatte zuletzt in der Weihnachtspause den Fall Urdangarin als „Martyrium“ für die Institution bezeichnet und einen möglichst raschen Abschluss des Verfahrens verlangt. Richter Castro hatte die Infantin schon einmal für „verdächtig“ erklärt. Der Gerichtshof der Balearen hatte damals aber eine Vorladung annulliert. Dies wäre auch in diesem Fall noch möglich.

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