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Sommer in Deutschland : Sie sollten aus der Sonne!

  • -Aktualisiert am

Kinder, Alte und Allergiker - für all diese Menschen fordern Ärzte mehr Schutz bei Hitze und raten zu besonderer Vorsicht. Bild: dpa

Der Sommer schenkt viel Sonne. Doch Achtung: Sich ausreichend vor UV-Strahlung zu schützen ist für alle wichtig. Dabei ist der Schutz vor der Sonne für manche Menschen besonders von Bedeutung.

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          Die Jüngsten

          Die Familienpackung Sonnenmilch liegt im Koffer, Sonnenbrillen sind eingepackt. Wer glaubt, damit an alles gedacht zu haben, um die Liebsten am Strand zu schützen, täuscht. Über Sonnenschutz bei Kindern muss man mehr wissen, fordern Ärzte.

          Lucia Schmidt
          (luci.), Leben

          Eigentlich ist die Reifung der Haut mit der Geburt abgeschlossen. Das ist auch sinnvoll, da schon mit dem ersten Atemzug Viren und Bakterien das Neugeborene besiedeln. Gegen diese Eindringlinge muss es von Anfang an geschützt sein. Einen entscheidenden Unterschied zwischen der Haut von Erwachsenen und Kinder bis zwölf Jahren gibt es aber. Er liegt in der Struktur der Haut.

          Bei Kindern ist die Zellschicht der Haut an vielen Stellen noch nicht so dick. Zwischen der Oberhaut und den Stammzellen liegen bei ihnen teilweise nur wenige Schichten. Die schädlichen UV-Strahlen erreichen dadurch deutlich schneller auch Stammzellen in den unteren Schichten der Haut. Werden diese undifferenzierten Zellen geschädigt, steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken. „Je früher solche Zellen im Leben geschädigt werden, umso eher bekommt man vierzig oder fünfzig Jahre später Hautkrebs“, erklärt der Dermatologe Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. Der Nachwuchs bekommt also nicht nur durch geringeren UV-Eigenschutz der Haut schneller Sonnenbrand, sondern vor allem die langfristigen Folgen intensiver Sonneneinstrahlung sind ein Risiko.

          Soll gesetzlich verankert werden, dass Eltern über die Gefahr der UV-Strahlung für Kinder immer wieder aufgeklärt werden?
          Soll gesetzlich verankert werden, dass Eltern über die Gefahr der UV-Strahlung für Kinder immer wieder aufgeklärt werden? : Bild: mauritius images

          UV-Strahlung wurde von der Weltgesundheitsorganisation 2009 in die Liste der krebserregenden Strahlungen aufgenommen. Damit steht sie auf einer Ebene mit Röntgenstrahlung. Kein Wunder, dass es für die Kleinen spezielle internationale Empfehlungen gibt: Säuglinge dürfen im ersten Lebensjahr UV-Strahlung nicht bewusst ausgesetzt werden. Breitbart sagt sogar: „Wer bei seinem Säugling nicht auf ausreichend Schutz vor UV-Strahlung achtet, begeht fahrlässige Körperverletzung.“ Ältere Kinder sollen so wenig wie möglich und nur ausreichend geschützt in die Sonne.

          Weil Ärzte trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen und Sonnenschutzwerbung immer wieder Kinder mit brennender roter Haut sehen, fordert die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der Deutschen Krebshilfe, gesetzlich zu verankern, dass Pädiater in den Kindervorsorgeuntersuchungen - besser bekannt als U-Untersuchungen - Eltern über die Gefahr der UV-Strahlung für Kinder immer wieder aufklären.

          Durch vorgeschriebene regelmäßige Beratungen erhoffen sich die Mediziner auch, endlich hartnäckigen Irrglauben aus der Welt schaffen zu können. Einer davon lautet: Regelmäßiges Nachcremen verlängert die Schutzzeit der Haut. „Das ist falsch“, sagt Breitbart. Durch wiederholtes Eincremen kann man den Schutz zwar erneuern, aber nicht verlängern. Je nach Hauttyp besitzt man einen Eigenschutz. Multipliziert man ihn mit dem Lichtschutzfaktor, erhält man den Zeitraum, den man in der Sonne verbringen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. „Dieser errechnete Zeitraum gilt aber nur einmal am Tag“, sagt Breitbart. Durch mehrmaliges Eincremen werden aus 60 Minuten nicht plötzlich 120 oder 180. Für Kinder übrigens immer einen hohen LSF wählen - es müssen aber nicht Produkte „extra for kids“ sein.

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