https://www.faz.net/-gum-9o0lw

Tipps zur Badesaison : „Eltern müssen mit ins Wasser“

  • -Aktualisiert am

Tipp von Achim Wiese: Nach dem Sonnen erstmal langsam abkühlen und nicht direkt ins Wasser springen. Bild: dpa

Mit dem Sommer hat auch die Badesaison begonnen. Einfach so ins Wasser springen sollte man aber nicht: Achim Wiese vom DLRG erklärt, worauf große und kleine Badegäste achten müssen und welches Gewässer am gefährlichsten ist.

          Herr Wiese, die Badesasion hat begonnen. Für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gibt es also wieder viel zu tun. Was raten Sie als Erstes, wenn es um die Sicherheit beim Badespaß geht?

          Als Erstes rate ich auf die Internetseite der DLRG zu gehen und sich die Baderegeln dort anzusehen. Die lehren wir schon die kleinen Kinder und sie gelten natürlich auch für Erwachsene. Eine ganz wichtige Regel ist, niemals alleine baden oder schwimmen zu gehen. Wenn ich alleine bin und trotzdem ins Wasser möchte, gucke ich, wo bereits Menschen sind und gehe zumindest in die Nähe der anderen, damit ich, falls ich in Not gerate, um Hilfe rufen kann.

          Nach Angaben der Lebensretter sind etwa 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle vermeidbar. Wobei passieren die meisten Fehler?

          Die meisten Unfälle entstehen durch Übermut, Leichtsinn, Überschätzung der eigenen Kräfte, Unterschätzung der Gefahren und zum Teil auch durch das Verdrängen von gesundheitlichen Vorbelastungen.

          Gibt es eine bestimmte Gruppe, die dafür besonders anfällig ist?

          Ja, oft sind es die älteren Menschen, weil sie ihre gesundheitlichen Vorbelastungen verdrängen oder gar nicht erst kennen. Eine ganz große Risikogruppe sind auch unsere Kinder. Viele können inzwischen nicht mehr sicher schwimmen, weil sie es nicht gut genug oder überhaupt nicht lernen. Flüchtlinge sind ebenfalls gefährdet: Ein großer Anteil von ihnen kann nicht schwimmen, weshalb es häufiger zu Fällen von Ertrinken kommt. Deshalb bieten wir auch spezielle Kurse für Flüchtlinge an – und auch die Baderegeln gibt es in bis zu 30 Sprachen. Die beste Lebensversicherung im Wasser heißt, sicher schwimmen können.

          Achim Wiese, Jahrgang 1960, ist Pressesprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Zuvor war er Rettungsschwimmer sowie Ausbilder in der Schwimm- und
Rettungsschwimmausbildung der DLRG und Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes.

          Wenn wir bei dem Thema Schwimmunterricht sind: Reicht es, wenn Eltern ihren Kindern das Schwimmen beibringen oder muss da noch zusätzlicher Unterricht her? 

          Natürlich sind auch Eltern dazu in der Lage, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen. Aber wenn Kinder mit ihren Eltern im Wasser sind, wollen sie oft lieber mit ihnen spielen als schwimmen zu lernen. Dadurch können Eltern ihren Kindern das Schwimmen nicht so beibringen, dass die Methodik nachhaltig ist. Beim Schwimmen muss man viele verschiedene Dinge gleichzeitig können: Die Atmung muss mit der Arm- und Beinbewegung abgepasst werden, der Körper soll dabei möglichst flach im Wasser liegen. Das sind alles Dinge, die man lernen muss und man muss auch lernen das zu lehren – das ist gar nicht so einfach. Wir raten deshalb Eltern davon ab, das bei ihren Kindern ganz alleine in die Hände zu nehmen und empfehlen die Hilfe von ausgebildeten Schwimmlehrern.

          Worauf muss ich achten, wenn ich mit einem Kind zum Baden an offene Gewässer gehe?

          Auf mein Kind. Wenn ich weiß, dass mein Kind nicht schwimmen kann, oder nur das Seepferdchen hat, das ja kein Schwimmzeugnis ist, dann habe ich als Elternteil oder Aufsichtsführender so nah bei diesem Kind zu sein, dass ich im Notfall jederzeit zugreifen kann. In dieser Situation habe ich nichts am Strand zu suchen, sondern muss mit ins Wasser. Wenn mein Kind den Freischwimmer hat, also das Bronze- und Jugendschwimmabzeichen, dann kann ich sicher sein, dass es ein sicherer Schwimmer ist und auch mal am Strand sitzen bleiben. Im Auge sollte ich es trotzdem behalten.

          Dem Badespaß kommt schnell mal ein Sommergewitter in die Quere. Worauf ist dann zu achten?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Liveblog zu von-der-Leyen-Wahl : Showdown in Straßburg

          Ursula von der Leyen hält Bewerbungsrede vor EU-Parlament +++ Am Abend stellt sich CDU-Politikerin zur Wahl +++ Mindestens 374 von 747 Stimmen nötig +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Liveblog.

          Vor Wahl in Straßburg : So kämpft von der Leyen um Stimmen

          Zu vage und nicht ehrgeizig genug: Für ihren Auftritt vor dem EU-Parlament musste von der Leyen von vielen Seiten Kritik einstecken. Die CDU-Politikerin reagiert mit detaillierten Strategien – vor allem im Klimaschutz. Hilft ihr das so kurz vor der Wahl?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.