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Vorab-Rundgang über die Wiesn : Erst Spaß, dann Vergnügen

Auch Dieter Reiter (SPD) fährt während des Presserundgangs auf dem Oktoberfest eine Runde auf der Achterbahn „Pirateninsel“. Bild: dpa

Am Samstag wird Dieter Reiter das Oktoberfest eröffnen. Zwei Tag vor Anstich ist der Münchner Oberbürgermeister trotz Fragen nach Alkoholexzessen auf dem Volksfest guter Dinge – und fährt selbst eine Runde mit der Achterbahn.

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          Ja mei, dieser Bierpreis, muss sich Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Donnerstag gedacht haben, als er wieder mal darauf angesprochen wird. Geduldig gibt er auf dem Presserundgang über die fast fertige Wiesn, während an den Zelten noch die Akku-Schrauber surren, zu bedenken, dass der Bierpreis mit höchstens 11,80 Euro die Maß vor allem für uns gewöhnungsbedürftig sei. Für ausländische Gäste sei das „ein sehr günstiger Preis“. „Wenn Sie aus Skandinavien oder aus Australien kommen, da zahlen Sie andere Preise für einen Liter Bier.“ Die Erhöhung um drei Prozent gehe konform mit der „normalen Preissteigerungsrate“. Und trotz der Erhöhung werde sicher „keine Maß weniger getrunken“.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Frage nach Alkoholexzessen, die das Oktoberfest in der Außenwahrnehmung oft als Saufgelage dastehen lassen, setzt er das große Ganze entgegen: den Volksfestcharakter, die Familien, Spaß und Vergnügen und, ja mei, auf „den einen oder anderen“, der dann eben auch mal über die Stränge schlage.

          Die Wiesn, die am Samstag ihre Tore öffnet, wenn der Oberbürgermeister mit den von ihm erhofften maximal zwei Schlägen das erste Fass anzapft, präsentiert sich am Donnerstag von ihrer schönsten Seite: Die polierten Kassenhäuschen blitzen in der Sonne, das Kettenkarussell baumelt im Wind und gutgelaunte Schausteller präsentieren ihre neuen Errungenschaften. Die Achterbahn „Pirateninsel“ zum Beispiel („der erste Family-Coaster für das Segment Großvater mit Enkel“) ist nicht mit Überschlag und trotzdem nicht so lahm wie ein Kinder-Karussell, halt mit „ein bisschen Schmackes“. Ab acht Jahren darf man alleine fahren.

          Auch Dieter Reiter fährt eine Runde, obwohl er kein Freund der Achterbahn ist, die „Pirateninsel“ reicht tempomäßig für ihn schon. Beim nächsten Fahrgeschäft ist er dann auch schon raus: Der „Spinning Racer“ (ein „Unikat der Freizeit-Technologie“) hat Gondeln, die sehr schnell die „höchste Steilkurve auf einer Achterbahn“ erklimmen und sich dabei auch noch um sich selbst drehen, und zwar je nach Gewicht der Mitfahrenden.

          Etwas manierlicher wirkt da die blau-weiße Achterbahn „Heidi – the Coaster“, funkelnagelneu, wie der Schausteller, neben sich Frau und Tochter im Dirndl, stolz erklärt. Statt ratternder Ketten zieht hier ein „Booster-Lift“ die drehbaren Gondeln in Form von halbierten Holzfässern nach oben. Dann geht es auf rund 430 Meter Schienenlänge in die Kurven – mit einer Geschwindigkeit von 58 Kilometern pro Stunde. Auch das alles „familientauglich“.

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