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Trauerfeier für Prinz Philip : Eine Familie nimmt Abschied

Prinz Philips Sarg wird in einer Prozession zur St George’s Chapel gebracht Bild: AFP

Ein schwerer Gang für Königin Elisabeth II.: Gemeinsam mit ihrer Familie hat sie in einer Trauerfeier Abschied von Prinz Philip genommen. Nur 30 Trauergäste waren erlaubt.

          4 Min.

          Er habe so lange gelebt, dass alle, die an seinen Plänen für die eigene Beerdigung beteiligt waren, inzwischen verstorben seien, hatte der Herzog von Edinburgh gelegentlich gescherzt. Am Ende wurde es ein Begräbnis, das ihm vollständig gerecht wurde, ein „passender Abschied“, wie die „Mail on Sunday“ der Königin auf der Titelseite versicherte. Die Monarchin war die zweite Hauptperson an diesem Samstag gewesen, und der „Sunday Exress“ sprach vermutlich für viele, als er titelte: „You’re not alone, Ma’am“.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Es gab viele bewegende Momente, aber das Bild, das haftenbleibt, war der Augenblick, als Elisabeth II. ihren Platz in der St George Chapel eingenommen hatte. Einsam und zerbrechlich wirkend saß die fast 95 Jahre alte Monarchin am äußersten Rand der Kirchenbank, Mund und Nase bedeckt von einer schwarzen Maske, darüber ein schwarzer Hut – im Schlitz dazwischen ein nicht zu entschlüsselnder Blick. Nach 73 Jahren Ehe war sie mit ihrem Mann zum letzten Mal in einem Raum zusammen. Niemand saß in ihrer Nähe, der ihr ein paar mitfühlende Worte hätte zuflüstern oder die Hand hätte halten können.

          Berührend – und meisterhaft inszeniert

          Es war ein berührendes und zugleich meisterhaft inszeniertes Staatsbegräbnis. All die Einschränkungen, die die Corona-Maßnahmen erforderten, schienen die Wirkung der Feier noch zu verstärken. BBC-Kommentator Huw Edwards sprach im Anschluss von der „Kraft der Schlichtheit“. Er hätte auch die Anmut der Leere würdigen können, denn das Verlorene, das dieser intimen Feier im weiträumigen Kirchensaal anhaftete, schärfte den Sinn für den Anlass. Die „Kapelle“, die den Umfang mancher Kathedralen hat und in guten Zeiten mehr als 800 Gläubige fasst, war nur von 30 Trauergästen besucht.

          Ein schwerer Gang: Königin Elisabeth II. auf dem Weg zur Trauerfeier ihres Ehemanns Prinz Philip, mit dem sie 73 Jahre verheiratet war. Bilderstrecke
          Trauerfeier der Royals : Farewell, Prinz Philip

          Die Kamera begleitete das Kammerspiel kunstvoll und behutsam. Der große Chor von Windsor Castle war auf drei Sänger und eine Sängerin reduziert worden. Sie hinterließen mehr Eindruck, als es Dutzende vermocht hätten; vor allem bei „The Jubilet“ von Benjamin Britten, einem Stück, das der britische Komponist im Auftrag des Herzogs selbst für den Windsor-Chor geschrieben hatte. Gegen Ende trat ein Dudelsackspieler auf, der, den Trauernden den Rücken zugewandt, langsam einen Gang hinabschritt und seine traurige Weise durch ein Holztor mit ins Freie nahm. Die Kamera fing die kleinen Momente ein, wählte ungewöhnliche Perspektiven und kam vor allem den Trauernden nie zu nahe. Nur gelegentlich huschte sie durch die Bänke, gerade lang genug, um die Stimmung einzufangen, aber zu kurz, um Regungen, gar Tränen zu erkennen.

          Kein Familienmitglied sagte etwas, nur der Erzbischof von Canterbury und der Dean von Windsor trugen im Wechsel kurze Ansprachen und Bibelstellen vor, die sich der „Duke“ gewünscht hatte. Es fiel kaum ein persönliches Wort, wohl auch das im Sinne des Toten. Geehrt wurde Philip, der Diener, der sich um die Armee, die Kirche und die Nation verdient gemacht hatte. Als einige der unendlich vielen Orden aufgezählt wurden, die der Herzog im Laufe seines fast hundertjährigen Lebens angehäuft hatte, fiel einmal das Wort „husband“, Ehemann. Es blieb, neben einer kurzen Würdigung seiner Menschlichkeit und seines Humors, die einzige Reminiszenz an Philips Rolle als Privatmann.

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