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Leben eines Escort-Girls : Sex mochte sie schon immer

  • -Aktualisiert am

Lisa zieht ihr Kleid aus und hängt „Laureen“ damit in den Schrank. Bild: Patrick Junker

Kaum einer kann sie verstehen. Doch sie mag, was sie tut. Begegnungen mit einer jungen Frau, die als Escort-Girl arbeitet.

          8 Min.

          Ja, es ist krank. Ja, es ist unverständlich. Aber dass ich einmal verstanden werden sollte, habe ich aufgegeben. Entweder habe ich mir den Mund fusselig geredet oder die Klappe gehalten. Mit dem gleichen Resultat. Ich blieb unverstanden. Und dann kam er. Und das Ende vom Lied ist, dass noch viele kommen werden. In mir, auf mir, in mein Gesicht oder in meiner Studentenpussy. (Aus Lisas Tagebuch, 2016.)

          Alles beginnt mit Daddy. Sie sieht ihn zum ersten Mal im schummrigen Licht des Swingerclubs. Bauch, Vollbart, Glatze. Lisa wirft ihm nur einen kurzen Blick zu. Alt findet sie den Typen. Im Gegensatz zu ihrem Ex-Freund, der sie an diesem Novemberabend begleitet, ein Surferboy mit blonder Mähne und Sixpack, eine kurze Liebe, die nur in den Sommer passte. In einen Satin-Bademantel gehüllt steht er neben ihr, so verloren, als hätte ihn eine Welle versehentlich in den Club gespült. Lisa hatte sich schon gedacht, dass er hier zwar seine Neugier, aber nichts anders befriedigen würde. Sie dagegen liebt diesen Ort, seit sie sich ihr moralisches Korsett auf der Spielwiese zum ersten Mal vom Körper rieb. Als sie Richtung Nebenzimmer nickt, schüttelt ihr Surferboy nur den Kopf. Während er mit einem Joint zwischen den Lippen zur Go-Go-Stange tänzelt, verschwindet sie.

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