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Political Correctness : Unterwegs im Minenfeld

  • -Aktualisiert am

Selbst eine wie Ellen DeGeneres kann die Political Correctness treffen. Bild: ddp/INTERTOPICS/ZUMA Studio

Besonders in Amerika treibt die Debatte um Political Correctness groteske Blüten. Immer mehr Stars fallen den selbsternannten Moralisten zum Opfer.

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          Selbst eine Ellen DeGeneres kann es treffen. Die amerikanische Moderatorin, auf der gefühlten Beliebtheitsskala der Fernsehzuschauer bislang angesiedelt zwischen Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa und Homosexuellenikone Harvey Milk, hat sich an ihrem gesellschaftspolitischen Engagement verhoben. „Wie so viele von Euch bin auch ich wütend und traurig. In diesem Land sind ,People of Color‘ schon viel zu lange ungerecht behandelt worden“, twitterte sie nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd, der Ende Mai unter dem Knie eines weißen Polizeibeamten gestorben war.

          „People of Color? Floyd war schwarz!“, empörten sich Hunderte in sozialen Medien und warfen DeGeneres vor, sich nicht zu der Bewegung Black Lives Matter zu bekennen. Spenden an schwarze Bürgerrechtsorganisationen sowie Interviews mit afroamerikanischen Politikern wie Val Demings, Stacey Abrams und John Lewis konnten es nicht richten. „Ellen redet wie die meisten Weißen. Aber es ist ganz einfach: Wenn es ihr wirklich ernst ist, muss sie mit uns auf die Straße gehen“, forderte eine Twitter-Nutzerin. Der Tweet, der DeGeneres in die Nähe von Rassismus und White Privilege beförderte, wurde derweil ebenso schnell gelöscht, wie er erschienen war.

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