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Drei Hochzeitsbilder hat der Kensington-Palast am Montag nach der Trauung von Harry und Meghan herausgegeben. Bild: Alexi Lubomirski/Kensington Palace/AP/dpa

Harry und Meghan : Eine Frauenrechtlerin im Kensington-Palast

Eigentlich war die Presse nicht zur abendlichen Feier der Royals zugelassen – ein paar Details sind dennoch durchgesickert. Es zeichnet sich außerdem ab, welche Rolle Meghan Markle künftig übernehmen wird.

          „When Harry Met Meghan“ ist nicht nur der Titel einer Fernseh-Dokumentation aus dem Jahr 2017, die von der königlichen Romanze des britischen Prinzen Henry von Wales und der amerikanischen Schauspielerin Meghan Markle handelt. Es ist auch der Name eines eigens kreierten Cocktails, der am Samstagabend den 200 verbliebenen Hochzeitsgästen in Frogmore House unweit von Windsor Castle serviert wurde. Hauptbestandteile sind Rum und Ginger Ale, eine gewöhnungsbedürftige Mischung, die allerdings als Anspielung auf die roten Haare des Bräutigams zu verstehen ist. Ob die Königin an einem Glas nippte, bleibt vorläufig ein Geheimnis.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ganz so vertraulich wie die Feier zu Ehren des frisch vermählten Paars, des Herzogs und der Herzogin von Sussex, geplant war, war sie nicht. Schon am nächsten Tag wussten britische Zeitungen Details vom Vorabend zu berichten. Prinz William etwa soll eine launige und auch frotzelnde Rede auf seinen Bruder gehalten haben, wie es sich für einen Trauzeugen gehört. Selbstverständlich habe William die Mutter erwähnt: Prinzessin Diana, die 1997 bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, wäre stolz auf Harry gewesen, soll William gesagt und dann hinzugefügt haben, dass er dankbar für Meghan sei. Sie sei für ihn die Schwester, die er nie hatte. „Meghan ist das Beste, was Haz jemals passiert ist.“ Haz, wie Harry von der Familie genannt wird, musste sich aber auch einige Sprüche anhören, anscheinend harmlose Sachen über seine beginnende Glatze zum Beispiel.

          Interessanter ist, dass auch bei der Party genau darauf geachtet wurde, dass sich das Paar gleichberechtigt präsentierte. So hielt nicht nur Harry eine Rede, in der er unter anderem seiner Frau Respekt dafür gezollt haben soll, dass sie dem großen Druck, der auf ihr lastete, mit so viel Anmut standgehalten habe. Meghan sprach ebenfalls bei der Feier, was ein Novum im britischen Königshaus darstellt. Sie soll für das herzliche Willkommen in ihrer neuen Familie gedankt und den Ärger mit ihrer eigenen unerwähnt gelassen haben. Nur ihre Mutter Doria Ragland war bei der Hochzeit anwesend, Meghans Vater hatte kurzfristig absagen müssen, nachdem es Schlagzeilen um Paparazzi-Fotos von ihm gegeben und er offenbar einen Herzinfarkt erlitten hatte. Ihre missgünstigen Halbgeschwister hatte Meghan erst gar nicht eingeladen.

          Ein weiteres vom Kensington-Palast herausgegebenes Hochzeitsbild zeigt die neu zusammengewachsene Familie.

          Getanzt wurde natürlich auch: Mittags noch, beim Empfang der Königin, hatte Sir Elton John aufgespielt, abends wiederum wählten Harry und Meghan ein Lied von Whitney Houston für ihren ersten gemeinsamen Tanz als verheiratetes Paar: „I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)“. Auch damit setzten die beiden ein Zeichen, schließlich haben sich in Windsor ein Brite und eine Amerikanerin das Jawort gegeben, was auch die Musik widerspiegeln sollte.

          Nicht zum ersten Mal hat ein Mitglied des Hauses Windsor eine Amerikanerin geheiratet: Nur wenige Schritte von Frogmore House entfernt befindet sich das Grab des Herzogs und der Herzogin von Windsor, besser bekannt als Wallis Simpson. Die geschiedene Amerikanerin war 1936 der Grund, dass König Eduard VIII. abdanken musste. Die beiden heirateten ein Jahr später in Frankreich, seither waren sie von der königlichen Familie weitgehend ausgeschlossen. Die Parallelen zur Amerikanerin Meghan Markle, die ebenfalls schon einmal verheiratet war, scheinen frappierend. Doch die Sechsunddreißigjährige wurde nicht nur mit offenen Armen von den Windsors aufgenommen. Meghan und Harry, der drei Jahre jünger ist als seine Frau, richteten auch ihre Hochzeit ganz bewusst und bis ins Detail nach ihrem britisch-amerikanischen Bündnis aus. Das reichte von den Einladungskarten über den Gottesdienst bis hin zur Hochzeitstorte.

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