https://www.faz.net/-gum-9g6o5

Gemeinsam lernen : Wie es ist, wenn Inklusion gelingt

Lehrerin Monika Kultschak-Etges achtet darauf, dass jeder Schüler eine passende Aufgabe bekommt. Bild: Daniel Pilar

Tim hat das Downsyndrom. Er geht in die sechste Klasse der Martinus-Schule in Mainz. Dort gelingt etwas, mit dem die Gesellschaft sonst Schwierigkeiten hat: Inklusion.

          3 Min.

          Jeden Morgen auf dem Weg in seine Klasse hält Tim an der Schulhof-Schaukel der katholischen Martinus-Schule Weißliliengasse in Mainz. Er stellt seinen Ranzen auf den Boden und sich selbst in die Warteschlange. Oder er fragt, wie an diesem Sommermontag, die Kinder vor ihm: "Darf ich schaukeln?" Dann klettert er auf das dicke, an Seilen aufgehängte Tau, um im Stehen Schwung zu holen, vor und zurück, immer wilder. Er sieht glücklich aus.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Noch vor zwei Jahren wäre das undenkbar gewesen. Wenn Tim auf die Schaukel wollte, schubste er die anderen Kinder weg. Keiner sonst kam zum Zug, jüngere Schüler hatten Angst vor dem großen, impulsiven Jungen. Inzwischen gibt es nur noch selten Ärger, und im Zweifelsfall wissen seine Schulkameraden, dass Tim es nicht böse meint und sie einen Erwachsenen zu Hilfe holen können. Die Schaukel zeigt, schon morgens, kurz vor acht: Offenbar gelingt an der Martinus-Schule in Mainz etwas, mit dem die Gesellschaft sonst ihre Schwierigkeiten hat - Inklusion.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Klärungsbedarf: Zübeyde und Peter Feldmann am Abend der Wiederwahl des Oberbürgermeisters

          Feldmann und die Kita-Affäre : Gut bezahlte Nebenrolle

          Als Zübeyde Temizel noch am Konzept für eine Kita in Wiesbaden gearbeitet haben soll, besichtigte Peter Feldmann schon die „Dostluk“-Baustelle in Frankfurt. Und das ist längst nicht die einzige Ungereimtheit in der Sache.