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Konversionstherapie : Beten gegen das Schwulsein

Bastian Melcher machte Konversionstherapien, um sich von seiner Homosexualität zu befreien. Bild: privat

Jens Spahn will Konversionstherapien für Jugendliche verbieten. Was aber macht es mit einem Heranwachsenden, wenn er seine sexuelle Orientierung unterdrücken muss? Bastian Melcher hat es erlebt.

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          Gott ist tot, und Bastian Melcher hat ihn getötet. Er saß, 21 Jahre alt, mit seinen Eltern und seinen drei Schwestern an einem Tisch und outete sich. Dass er auf Männer stand, war schon lange klar: Seit er 13 war, wusste er es, seit er 14 war, auch seine Eltern. Das eigentliche Coming-Out war dieses: „Ich bin schwul, und ich habe es jetzt akzeptiert. Ich lebe mit einem Mann zusammen.“ Und: „Ich bin glücklich.“ Dann fiel alles zusammen.

          Johanna Dürrholz

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Bastian Melcher wuchs in Bremen auf, wo er heute noch lebt, seine Eltern arbeiteten für die evangelische Kirche. Er ging zur evangelische Privatschule, von der ersten Klasse bis zum Realschulabschluss. Sein Vater war Diakon in der Landeskirche, die Mutter engagierte sich ebenfalls in der Gemeinde. Vor jeder Mahlzeit wurde gebetet, jeden Sonntag gingen sie in die Kirche, und Bastian war in vielen Gruppen der Gemeinde ehrenamtlich tätig. Seine Freundinnen – bis ins Jugendalter kam er einfach besser mit Mädchen klar – waren alle gläubig. Sie beteten zusammen und redeten über Gott.

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