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Simone Thomalla : Schnucki, es passt

Die kindliche Zurückhaltung hat sie längst abgelegt: Simone Thomalla Bild: Julia Zimmermann

Beide Daumen hoch: Die Schauspielerin und Leipziger „Tatort“-Kommissarin Simone Thomalla fällt auf - ob im Fernsehen oder auf dem Boulevard. Eine Begegnung.

          6 Min.

          Der Mann auf dem Gehweg vor dem Fenster kriegt sich kaum ein vor Begeisterung, er lacht, hält beide Daumen hoch, nickt anerkennend. Hinter der Glasfront der Hotellobby sitzt Simone Thomalla auf einer Sofalehne und posiert für die Fotografin. Draußen ist es nass und windig, Tauwetter in Berlin, aber nun bleiben zwei weitere Männer im Regen stehen, sie gucken ungläubig, nicken dann, lachen. „Die hab’ ich bestellt“, sagt Thomalla und schickt ihr schmollmundiges Lächeln durch die Scheibe nach draußen, wo die Freude noch zunimmt. So schnell wird sie erkannt, aber das macht ihr nichts aus, im Gegenteil.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Man selbst war sich nicht gleich sicher, wer da zwei Stunden zuvor in der Lobby erschien. Eine Frau in engen, grauen Jeans, knapper Jacke mit Pelzkragen und tief in die Stirn gezogener Wollmütze. Ist sie das? Sie muss es sein, denn schon von weitem ruft sie: „Hallo, sind Sie mein Termin?“ Erster Eindruck: Viel schlanker als im Fernsehen. Kameras machten einen eben immer etwas dicker, wird sie später sagen. Überhaupt ist Thomalla putzmunter und für die Tageszeit auffallend gut gelaunt. Sie ahnt den Gedanken wohl und erwähnt gleich noch, dass sie Frühaufsteher sei. „Wir hätten uns gern auch schon um neun treffen können.“ Für gewöhnlich gehe sie da aber zum Sport, Kickboxen, mache sie schon seit einer Weile.

          Mischung aus Fernsehen, Film und Freund

          Thomalla ordert einen Cappuccino, gefrühstückt hat sie längst, und sie hat auch nichts dagegen, über viel mehr als nur ihren neuesten Fernsehfilm zu plaudern, was der offizielle Anlass dieses Treffens ist. Wobei man aus diesem Grund beinahe ständig mit ihr reden könnte, denn kaum eine Woche vergeht, in der sie nicht in einem Spielfilm, in einer Talkshow oder Kochsendung zu sehen ist.

          Und neuerdings singt sie auch noch. Bei „20 Jahre Andrea Berg“ in der ARD tauchte sie plötzlich neben der Schlager-Königin in Lederhosen und Leoparden-Oberteil auf der Bühne auf, sang mit der Moderatorin Birgit Schrowange als Dritte im Bunde „Männer“ von Herbert Grönemeyer, der Saal tobte, und bei ihrer Antwort auf die Frage, ob sie jetzt häufiger singen werde, ist man schon mittendrin in der großen öffentlichen Thomalla-Mischung aus Fernsehen, Film und Freund.

          „Mein Freund ist bekennender Andrea-Berg-Fan, und als die Anfrage kam, ob ich mit ihr singen würde, hieß es zu Hause gleich: Ja logisch machst du das!“ Ihr Freund ist der Handball-Nationaltorhüter Silvio Heinevetter, 19 Jahre jünger. Zusammen bilden sie seit drei Jahren ein Jubel-Paar für den Boulevard, von dem später noch zu reden sein wird. Im Übrigen könne sie sich vorstellen, noch mehr zu singen, immerhin hat sie eine Gesangsausbildung und wollte einst Lehrerin für Musik und Deutsch werden.

          Heute ist sie als Schauspielerin gut im Geschäft, war allein im vergangenen Jahr mehr als acht Monate zu Dreharbeiten unterwegs, und wäre der „Tatort“-Dreh Ende des Jahres nicht ausgefallen, weil sich ihr Filmpartner Martin Wuttke ein Bein gebrochen hatte, wäre es noch ein Monat mehr gewesen. Thomalla kann sich derzeit vor Angeboten kaum retten, ihre Filme laufen in den großen Programmen stets mit guten Quoten, sie zählt zu den beliebtesten Schauspielerinnen im deutschen Fernsehen. Und dennoch sagt sie: „Ich weiß nicht, ob ich heute noch mal diesen Weg gehen würde.“

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