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Shades-of-Grey-Autorin : „Eigentlich bin ich recht schüchtern“

  • Aktualisiert am
Allein in Deutschland haben sich Erika Leonards Bücher mehr als drei Millionen Mal verkauft.
          5 Min.

          Dunkelgrau, Hellgrau, Aschgrau, Silbergrau, der Herbsthimmel am Freitag hat reichlich „Shades of Grey“ parat. Sie bieten E. L. James, der Autorin des gleichnamigen Erfolgsromans, in Frankfurt die passende Kulisse. Die Traube Fans mit ihren Handy-Kameras auf der Buchmesse sorgt für das Übrige: E. L. James, die mit bürgerlichem Namen Erika Leonard heißt, steht vor ihren Lesern und hält sich die Hände an die Stirn, als genieße sie die schöne Aussicht. Oder ist sie vom Erfolg geblendet?

          Ganz vertraut ist Leonard mit der Welt des Ruhms schließlich noch nicht, obwohl sie hart daran arbeitet. Das wird auch beim Interview mit ihr deutlich. Mal ist sie die herzliche Britin, mit der man an diesem Regentag ein wunderbar warmes Gespräch führen kann, auf einem Sofa aus Plüsch, mal lässt sie ihr Misstrauen spüren. Aus Leonards Lächeln wird ein Pokerface, ihr schwarzes Kleid mit tiefem Ausschnitt sieht aus wie ein strenges Kostüm - nur der silberne Armschmuck, der an Handschellen und somit auch an ihren Bestseller erinnert, klimpert weiter vor sich hin. Und ist das, was sie da um ihren Hals trägt, etwa ein Paar Liebeskugeln? Christian Grey, der „Traummann“ aus ihrem Roman, sei oben im Hotelzimmer, scherzt sie. Auf jeden Fall ist es gestern Abend später geworden. Die Schriftstellerin hat eine anstrengende Feier hinter sich.

          Frau Leonard, wie geht es Ihrem Kater?

          Der kommt mir ganz gelegen. So bin ich wenigstens entspannt, denn normalerweise machen mich solche Gespräche nervös.

          Der Anlass für diesen Kater war ja auch ein sehr schöner.

          Ja. Zu der Party waren alle Verleger eingeladen, die „50 Shades of Grey“ rund um die Welt veröffentlicht haben. Da wurde vor allem getrunken, und niemand wollte ins Bett gehen (lacht).

          Wie hat der Erfolg Ihr Leben verändert?

          Ich übernachte in vielen schönen Hotels. Und ehrlich gesagt, das ist es fast schon. Ich reise sehr viel. Mein Tag ist nicht mehr derselbe, es gibt keine Routine. Und es ist sehr schwer, mich vom Computer wegzubekommen. Ich bin abhängig von meinen Social-Media-Kanälen und springe dauernd zwischen Facebook und Twitter hin und her.

          Christian Grey, der dunkle Held Ihres Buches, pflegt einen sehr luxuriösen Lebensstil mit spontanen Reisen, Helikopterflügen und Ähnlichem. Leben Sie gerade Ihre eigene Christian-Grey-Phantasie?

          Ich wünschte es. Nein, das kommt höchstens kurzfristig vor. Aber wenn ich heimkehre, ist alles wieder normal. Ich schreie die Kinder an, das Übliche.

          „Ich mag einfach gute Liebesgeschichten.“
          „Ich mag einfach gute Liebesgeschichten.“ : Bild: Jockisch, Anna

          Sie haben einen neuen Familienwagen gekauft. Sonst noch irgendwelche größeren Anschaffungen?

          Wir kaufen wahrscheinlich ein größeres Haus, denn immer nur am Küchentisch zu arbeiten, wird irgendwann unerträglich.

          So haben Sie es jedenfalls auf die Liste der hundert einflussreichsten Menschen der Welt im „Time Magazine“ geschafft. Ist Ihnen bewusst, wie viel Einfluss Sie haben?

          Ich glaube nicht, dass ich in irgendeiner Hinsicht einflussreich bin. Der Erfolg erschwert es einem, überhaupt etwas zu sagen: Alles, was man sagt, wird komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Deshalb sage ich lieber nichts! Ich habe gar nichts zu sagen.

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