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Sex-Skandal in Marokko : Ehebruch in der Moschee

  • -Aktualisiert am

Blick über die Dächer und Moscheen der Altstadt von Fes. Bild: Picture-Alliance

Schon wieder steht ein islamischer Geistlicher in Marokko im Mittelpunkt eines Sex-Skandals: Der Imam wurde beim Ehebruch in einer Moschee gefilmt. Jetzt droht ihm eine Haftstrafe.

          Wieder war das Fleisch schwach, dieses Mal in einer Moschee in der alten marokkanischen Königsstadt Fes. Dort wurden der 52 Jahre alte Imam und eine junge Frau in flagranti ertappt und wegen Ehebruchs festgenommen.

          Wie örtliche Medien berichteten, hatte der Vorfall eine Vorgeschichte. Ein eifersüchtiger Moscheeangestellter, den seine Braut verlassen hatte, schlich ihr nach und beobachtete verblüfft ein Rendezvous mit seinem Chef. Er mobilisierte eine Gruppe von Freunden, die – Handys in der Hand – erst einmal abwarteten, bis sich die Interaktion des Paares entwickelte. Dann intervenierten sie lautstark und empört, beschimpften die Frau und ausgiebiger noch den Vorbeter.

          Es droht eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren

          Als schließlich die Polizei verständigt wurde, war das „Sextape“ schon im Netz zu besichtigen. Im gemäßigt islamischen Marokko werden Ehebrecher nicht gesteinigt. Es droht ihnen aber eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

          Das ist auch bei zwei national bekannten Moralpredigern der „Bewegung Einheit und Reform“, einem verheirateten Schriftgelehrten und einer Witwe, der Fall. Sie waren unlängst an einem Strand nahe Casablanca in einer verfänglichen Situation in einem Auto von der Polizei überrascht worden. Die Witwe hatte zuvor jungen Frauen das „sündige Lächeln“ verboten und ihr Liebhaber per Fatwa allen Paaren Liebesschwüre via Facebook.

          Während die Islamisten und ihre Regierungspartei einen Monat vor den Parlamentswahlen nun mit dem Thema Moral kämpfen, fordern liberale Stimmen eine „Entkriminalisierung“ außerehelicher Beziehungen. Eine Feministen-Organisation in Rabat plädierte im Licht der Ereignisse von Fes dafür, alle entsprechenden Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch zu streichen.

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