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Seth Rogen : „Eines Tages werde ich der coole Onkel sein“

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„Entweder du bist komisch, oder du bist es nicht“: Seth Rogen. Bild: Armando Gallo / ARGA Images / Intertopics

Seth Rogen sieht aus, wie er aussieht, kriegt in vielen seiner Filme aber trotzdem das Mädchen ab. Ein Gespräch über Humor, das Kiffen, die Bühne, Woody Allen – und Rogens „sozialistische“ Familie.

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          Mr. Rogen, fragt man Frauen, was einen Mann sexy macht, sagen sie fast alle: Er muss Sinn für Humor haben.

          Aber das stimmt gar nicht. (Lacht.) Ich weiß, das erzählen sie gern. Aber sie glauben nicht wirklich daran.

          Wie kommen Sie darauf?

          Also, ganz ehrlich? Ich bin mir sicher, Brad Pitt hatte mehr Frauen als ich. Und ich finde mich witziger als ihn. (Lacht.) Das beweist, dass diese Theorie Blödsinn ist. Ich glaube, was Frauen tatsächlich wollen, ist ein schöner Typ, der zusätzlich noch ein bisschen Humor hat.

          Wie haben Sie dann das Herz Ihrer sehr schönen Frau erobert?

          Also gut: Ich habe sie zum Lachen gebracht. Aber das ist nun einmal das Einzige, was ich draufhabe, um Frauen zu beeindrucken. Mir blieb gar nichts anderes übrig. Aber es hat funktioniert. (In diabolischer Stimmlage) Und jetzt gehört sie mir!

          Einige Ihrer Filme, etwa „Ananas Express“, gehören zur Kategorie der „stoner comedies“, der Kiffer-Komödien. Kiffen Sie wirklich, oder sind Sie naturstoned?

          (Lacht laut.) Also, während wir einen Film machen, rauchen wir nicht viel Haschisch. Aber ich muss gestehen, dass es Phasen während der Konzeption und Planung unserer Filme gibt, in denen Marihuana eine große Rolle spielt. Aber letztendlich sind wir sehr professionell. Wir haben ja eine Menge Bälle in der Luft; wir können nicht ständig stoned sein. Das heißt nicht, dass wir es nicht gerne wären. Aber das funktioniert einfach nicht. Irgendwann müssen wir eine Pause machen und Regie führen.

          Ihr neuer Film sieht aus, als hätten Sie und Ihre Freunde bei den Dreharbeiten jede Menge Spaß gehabt. Führt da eigentlich wirklich jemand Regie, oder verwalten Sie nur das Chaos?

          Es ist zwar eine etwas lahme Analogie, aber irgendwie sind wir wie eine Jazz-Band. Und bei so einem Projekt Regie zu führen fühlt sich an, als ob man eine Jazz-Band dirigiert. Man darf die einzelnen Musiker nicht zu sehr kontrollieren, denn jeder ist ein Improvisationskünstler. Jeder weiß so ungefähr, welche moves die anderen draufhaben. Und trotzdem versuchen wir uns immer wieder gegenseitig zu überraschen. Keiner spielt sich da zu sehr in den Vordergrund oder den anderen an die Wand. Wir sitzen alle abwechselnd am Steuer und dann wieder auf dem Rücksitz.

          Sie sind im zarten Alter von 13 mit Ihren ersten Stand-up-Comedy-Programmen aufgetreten. Worum ging es in Ihrer Show?

          Na, um all den Mist, über den Dreizehnjährige Witze machen. Ich habe über meine Großeltern gesprochen. (Lacht.) Ein weiteres Thema waren die Schule oder meine Versuche, mit Mädchen rumzumachen. Meine Eltern waren auch eine beliebte Zielscheibe. Ich habe einfach über mein Leben geschrieben. Und es war komisch und kam gut an, denn kein anderer Comedian hatte so etwas im Programm.

          Sie haben sich und Ihre Freunde einmal als eine „Truppe von seltsamen Sonderlingen“ beschrieben ...

          Das waren wir damals und sind es wahrscheinlich immer noch. (Lacht.)

          Waren Ihre Bühnenambitionen auch der Versuch, zu den „Coolen“ zu gehören?

          Was ich damals gemacht habe, war nicht besonders cool, das können Sie mir glauben. Stand-up galt sowieso nicht als cool. Ich war dadurch eher so etwas wie ein Theater-nerd. Ich weiß auch nicht, woher mein Drang zur Bühne kam. Ich glaube, vor allem anderen war ich dermaßen jung und deshalb zu naiv, um zu erkennen, wie verrückt es war, was ich mir da vorgenommen hatte. Ich liebte es, Witze zu erzählen, und ich liebte Komödie im Allgemeinen und sehr speziell Stand-up-Comedy. Also dachte ich mir: Warum probierst du das nicht auch mal aus? Glücklicherweise haben mich meine Eltern auf diesem Weg unterstützt. Ganz ehrlich? Wenn meine Mutter oder mein Vater gesagt hätten, das ist keine gute Idee, ich hätte das Handtuch geworfen und säße wahrscheinlich heute nicht hier. Aber sie fanden mich komisch und ermutigten mich, es vor größerem Publikum zu versuchen.

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