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Sensationsfund in Schottland : Zaumzeug aus der Bronzezeit

Diese Teile eines Geschirr sind vermutlich 3000 Jahre alt. Bild: dpa

Einem Sondengänger gelingt auf einem Acker in Schottland ein besonderer Fund: Einen halben Meter unter der Erde liegen rund 3000 Jahre altes Pferdegeschirr, Schmuck und ein Schwert. Für den hohen Norden ist das eine Seltenheit.

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          Selbst das Leder des gut 3000 Jahre alten Zaumzeugs hat sich erhalten. Das war die größte Überraschung für die Archäologen. Der bronzezeitliche Fund allein ist für Schottland schon eine Sensation. Denn zu ihm gehören nicht nur das Pferdegeschirr mit Schnallen und Ornamenten sowie Schmuck und ein Schwert, das noch in seiner Scheide steckt. Es ist zudem erst das zweite Mal überhaupt, dass Artefakte aus der Bronzezeit im hohen Norden des Vereinigten Königreichs gefunden wurden. Für Emily Freeman, Chefin des Schatzfundbüros in Edinburgh, ist die Entdeckung von nationaler Bedeutung. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagt Freeman. Noch sei unter anderem unklar, warum jemand vor so langer Zeit so viele unterschiedliche Gegenstände vergraben hat.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Schatz war ein Zufallsfund. Der Sondengänger Mariusz Stepien entdeckte ihn mit einem Metalldetektor schon am 21. Juni auf einem Feld unweit des Dorfs Peebles, das knapp 40 Kilometer südlich der schottischen Hauptstadt Edinburgh liegt. Er habe vor Glück gezittert, wird der Vierundvierzigjährige in der Zeitung „The Scotsman“ zitiert. Er habe sofort gespürt, dass er nur etwa einen halben Meter unter der Erde etwas Einzigartiges gefunden habe – „ein großes Stück schottischer Geschichte“. Stepien verständigte umgehend das zuständige Schatzfundbüro und zeltete danach 22 Tage lang mit einigen Freunden neben der Fundstelle, um die Arbeit der Archäologen aus nächster Nähe verfolgen zu können. „Wir wollten Teil der Ausgrabung sein, und das vom ersten bis zum letzten Tag.“

          Nach und nach wurden einzelne Objekte ausgegraben, darunter auch Teile eines Streitwagens, und ins Nationalmuseum nach Edinburgh gebracht, wo sie nun gesäubert und begutachtet werden. Am Ende der Ausgrabung wurde sogar noch ein ganzer Block Erde aus dem Boden geschnitten, der nun sorgfältig in den nächsten Wochen zerteilt und auf weitere Stücke untersucht werden soll. Der Peebles-Schatz, wie er inzwischen genannt wird, wurde vermutlich um das Jahr 1000 bis 900 vor Christus an der Stelle vergraben, wo Stepien ihn nach 3000 Jahren wiederfand. Da sich auch das organische Material, vor allem das Leder, im Boden erhalten hat, haben die Archäologen erstmals ein ganzes bronzezeitliches Zaumzeug vor Augen und können nachvollziehen, wie die Riemen und Schnallen am Kopf des Pferdes befestigt waren. „Und das alles nur“, sagt Freeman, „weil sein Finder und auch der Besitzer des Ackers so verantwortlich waren, uns umgehend zu verständigen.“

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