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Seelsorge im Gefängnis : Lichtblick hinter Gittern

Blick auf die Außenmauer und das Gebäude der JVA Tegel Bild: Jens Gyarmaty

Christina Ostrick ist Pastorin in einem der größten Gefängnisse Deutschlands. Fast 850 Männer sind in der JVA Tegel inhaftiert. Es sei nie zu spät für eine neue Richtung im Leben, sagt sie.

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          In der Kirche ist es düster. Nur Kanzel, Altar und der Mittelgang sind mit leuchtenden Kerzen geschmückt. Zwanzig Männer betreten die Kirche, die meisten von ihnen allein und mit einem Gesichtsausdruck, der fast so finster ist wie die Umgebung. Wenn sie sich auf eine der langen Bänke setzen, knarzen die laut. Der Kirchenraum ist klein. Größtenteils ist er mit Holz verkleidet: die Bänke und der Boden, der untere Teil der Seitenwände, die Empore und das Kreuz, das an der Rückwand prangt.

          Franziska Pröll
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Vor dem Altar steht Christina Ostrick. Sie ist die evangelische Pastorin hier und hat die Kerzen im ganzen Raum verteilt; die dicken weißen auf dem Altar, die kleinen Teelichter und die roten auf dem Boden. Die Lichter leuchten hinter ihrem Rücken, als sie die Gemeinde begrüßt. Das Abendgebet wird eine Stunde dauern. Lieder, Psalmen und Fürbitten sind genauso Teil wie eine zehnminütige Stille. „Währenddessen können Sie ganz bei sich, ganz bei Gott sein“, sagt Ostrick.

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