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Schwangerschaft auf Instagram : Warum es so hip ist, ein Baby zu kriegen

Rundum fotogen: Wie Topmodel Bar Refaeli, hier links im Bild, vor vier Jahren setzen sich viele Schwangere auf Instagram in Szene. Bild: ddp/Instagram

Wer in den sozialen Medien unterwegs ist, sieht überall inszenierte runde Bäuche. Was steckt hinter den Trends rund um Baby-Moon, Hypnobirthing und Baby-Watching?

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          Es ist mal wieder Dickbauchdienstag. Instagram wird geflutet von Schwangeren, die ihren Bauch unter diesem Hashtag in die Kamera halten. Hannah hat sich ihren bemalen lassen: „Oh baby, it's a wild world“, steht in verschnörkelten Buchstaben über ihrem Nabel, und unter dem Foto erklärt sie, dass sie es kaum erwarten kann, ihrem zweiten Jungen diese wilde Welt zu zeigen. Über Vanessas Bauch wölbt sich eine gemalte Batterie, ein Strich fehlt noch auf deren Lade-Skala, darunter steht: „Charging.“ Die Großen der Szene machen auch mit: Die Youtuberin Bianca Claßen alias Bibi ist zum zweiten Mal schwanger. An einem Dienstag posiert sie perfekt geschminkt mit nacktem Bauch und Blumen; 540.000 Menschen gefällt das.

          Seit wann ist es dermaßen hip, ein Baby zu bekommen? Eine marktlogische Antwort lautet: Für Unternehmen war es das schon immer, wir kriegen es auf der Bühne der sozialen Medien nur mehr mit. Schwangere, von denen es der demographischen Entwicklung wegen nicht rasend viele gibt, sind Geld wert. Frauen, die ein Kind erwarten, wollen alles richtig machen, sind empfänglich für Hinweise und wollen ihrem Baby das Beste bieten, und das heißt oft: kaufen. Wie eine amerikanische Studie 2014 belegte, sind die Daten von Frauen, die schwanger sind oder es werden wollen, sechzehnmal soviel wert wie die einer Nichtschwangeren. Denn Schwangere ändern ihre Kauf- und Konsumgewohnheiten. In den Social-Media-Posts ist das zu beobachten: Clementine Künzel, Micro-Influencerin auf Instagram mit knapp 14.000 Abonnenten, wirbt nicht mehr für Klamotten, sondern für Kinderwagen und ein Unternehmen, das Nabelschnurblut einfriert.

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