https://www.faz.net/-gum-8nnse

Stadt New York muss zahlen : Mehr als eine Million Dollar am Tag für den Schutz der Trumps

  • -Aktualisiert am

Die New Yorker Polizei sichert die Straße am Trump Tower in New York. Bild: AP

Der New Yorker Bürgermeister klagt über den aufwendigen Personenschutz für die Trumps. Es wird auch nicht wesentlich billiger werden, wenn der gewählte Präsident ins Weiße Haus einzieht.

          Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio kann vorerst aufatmen. Dass sich Donald Trump, der frisch gewählte 45. Präsident der Vereinigten Staaten, mit seiner First Lady Melania für die Thanksgiving-Feiertage aus der Stadt verabschiedet hat, spart der Stadt am Hudson Millionen. Während die künftige First Family an diesem Donnerstag in ihrem Ferienanwesen Mar-a-Lago in Palm Beach (Florida) bei Truthahn und Süßkartoffeln zusammensitzt, entspannt sich auch die Sicherheitslage zu Hause in Manhattan.

          Der Bürgermeister klagte nämlich in dieser Woche, dass der Polizeieinsatz vor dem Trump Tower an der Fifth Avenue die Steuerzahler der Stadt etwa eine Million Dollar kostet – jeden Tag. Die New Yorker müssen nicht nur für Straßensperren, Betonblocks und bewaffnete Beamte aufkommen, sondern auch für Sicherheitskontrollen und Checkpoints. „Wir müssen zwei Dinge unter einen Hut bringen. Zum einen muss die Polizei die Sicherheit des Präsidenten oder President-elect gewährleisten, wenn er in New York ist. Zum anderen müssen wir das an einem Ort tun, der praktisch das Zentrum der Welt darstellt, nämlich die Ecke von 57. Straße und Fifth Avenue“, sagte John Miller, der stellvertretende Leiter der Abteilung für Geheimdienste und Terrorbekämpfung des New York Police Department (NYPD), über den aufwendigen Personenschutz. Dass Barack Obamas Nachfolger Trump ankündigte, Manhattan auch nach dem Einzug in das Weiße Haus am 20. Januar regelmäßig zu besuchen, trieb den demokratischen Bürgermeister de Blasio jetzt dazu, wutentbrannt nach finanzieller Unterstützung aus Washington zu rufen.

          „Sie liebt ihr Zuhause in Manhattan“

          Vermutlich trug auch Melania Trump Schuld an de Blasios Hilferuf. Wie der Secret Service muss die lokale Polizei neben dem Präsidenten auch dessen Familie schützen. Nach Befürchtungen, der Umzug aus dem luxuriösen Penthouse des Trump Tower in das vergleichsweise schlichte Weiße Haus käme einem Rückschritt gleich, ließ das frühere Model am Wochenende mitteilen, sie werde in New York bleiben. Melania kündigte an, frühestens im Sommer an die Pennsylvania Avenue in Washington zu ziehen, um ihrem Sohn Barron einen Klassenwechsel während des Schuljahres zu ersparen.

          Höchste Sicherheitsstufe: Donald Trump, sein Sohn Barron und Ehefrau Melania.

          Der Zehnjährige, Trumps fünftes Kind und das einzige aus der dritten Ehe des Geschäftsmanns mit der gebürtigen Slowenin, besucht an der Upper West Side in der 93. Straße die renommierte Columbia Grammar & Preparatory School. Für Melanias verhaltene Umzugsfreude soll aber nicht nur Barron verantwortlich sein. „Sie liebt ihr Zuhause in Manhattan und ihr unabhängiges Leben“, sagte eine Freundin der 46 Jahre alten Schmuckdesignerin der Zeitschrift „People“. Während potentielle Präsidentengattinnen ihre Ehemänner bei Wahlveranstaltungen unterstützen, hatte Melania „The Donald“ schon in den Monaten vor dem 8. November fast ausnahmslos allein in die Schlacht gegen Hillary Clinton ziehen lassen. Ihre Abwesenheit begründete sie mit der Erziehung ihres Sohnes. „Ich bin eine Vollzeit-Mutter und liebe das“, sagte das ehemalige Model, das Trump vor 18 Jahren bei der Fashion Week in New York kennenlernte.

          Metalldetektoren und Spürhunde

          Mit der Ruhe sollte es aber auch ohne einen Umzug in das Weiße Haus vorbei sein. Als Melanias Stieftochter Ivanka ihre fünf Jahre alte Tochter Arabella und deren zwei Jahre jüngeren Bruder Joseph am Dienstagmorgen in New York zu Vorschule und Kindergarten brachte, machten der 35 Jahre alten Geschäftsfrau Beamte des Secret Service und des NYPD vor dem Trump Tower den Weg frei. Die Reise der künftigen First Lady mit Mann und Sohn Barron nach Florida einige Stunden später war trotz Privatjet ebenso öffentlich.

          Nach der Landung in Palm Beach ließ sich die Familie Trump nicht wie üblich in einer Limousine in das Strandschloss Mar-a-Lago bringen, sondern bemühte eine von Polizei und Secret Service geschützte Autokolonne. Während Dutzende Bewohner des Küstenortes dem President-elect am Straßenrand zujubelten, ließen die Blink- und Blaulichter der Streifenwagen den nächtliche Southern Boulevard taghell erstrahlen. Bei der Ankunft des künftigen Präsidenten in seinem Luxusclub Mar-a-Lago, wo er jedes Jahr Thanksgiving feiert, atmeten die Personenschützer auf. Da die frühere Eigentümerin Marjorie Merriweather Post das Anwesen in den Zwanzigern als möglichen Rückzugsort für amerikanische Präsidenten bauen ließ, gilt Mar-a-Lago als besonders sicher. Das etwa 10000 Quadratmeter große Haupthaus mit mehr als 100 Zimmern steht zudem ausschließlich Clubmitgliedern offen. An den Tagen, an denen die künftige First Family ihren Privatflügel bewohnt, stellen sich ihre Mitbewohner nun auf Metalldetektoren und Spürhunde ein. Der Exklusivität des Clubs schadet das wohl kaum – ganz im Gegenteil.

          Weitere Themen

          Helene auf meiner Haut

          Herzblatt-Geschichten : Helene auf meiner Haut

          Sophia Thomalla hat Tattoo-Wettschulden offen, ordnet sich aber einem Mann unter. Das Schauspieler-Ehepaar Claudia Wenzel und Rüdiger Joswig hat derweil Schwierigkeiten mit historischen Daten. Die Herzblatt-Geschichten.

          Topmeldungen

          Die Große Koalition erzielt in der Nacht auf Montag einen Kompromiss bei der Grundsteuer (Archivbild von Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD)).

          Große Koalition : Union und SPD einigen sich bei Grundsteuer

          Schon beim ersten Koalitionsausschuss mit neuer Besetzung erzielt die Bundesregierung einen Kompromiss. Ist das Ausdruck einer neuen Handlungsfähigkeit? Etliche Streitpunkte können jedenfalls nicht gelöst werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.